Traumwagen oder Klapperkiste:Was bei gebrauchten Autos wichtig ist

- Für den Kauf eines gebrauchten Autos sprechen derzeit gleich zwei Argumente: Neben dem niedrigeren Preis im Vergleich zum Neuwagen ist das die anstehende Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar, die gerade größere Anschaffungen deutlich verteuern wird. Doch damit statt dem Traumwagen keine Klapperkiste erstanden wird, sollten die Käufer Fahrzeug und Papiere genau unter die Lupe nehmen und auch auf eine Probefahrt nicht verzichten.

Unsere Zeitung fasst zusammen, was Fachleute von ADAC und TÜV raten.

Lack & Außenhaut

Den Wunschwagen sollte man sich tagsüber unter freiem Himmel anschauen, damit der Blick für Lackfehler nicht getrübt ist. Selbst kleinste Unregelmäßigkeiten, Dellen oder Lacknebel an Fenstergummi oder Leisten können ein Hinweis auf einen Unfall sein. Indizien für eine hohe Kilometerleistung und eine rasante Fahrweise sind Lackabplatzer im Frontbereich. Um Korrosions- Schäden zu entlarven, sollten die Kotflügel, die Kanten und Falze an den Türen, die Bodenbleche im Innenraum (Matten hochheben), die Aufhängungen der Federbeine und soweit möglich auch der Unterboden untersucht werden.

Klappen & Türen

Türen, Kofferraumdeckel und Motorhaube sollten einwandfrei schließen. Andernfalls ist auch das ein Hinweis auf einen früheren Unfall. Außerdem sollten die Dich-tungen an den Türen nicht porös sein.

Reifen

Die Reifen sollten mindestens noch vier Millimeter Profil haben. Ungleichmäßiger Abrieb deutet auf defekte Achsen oder fehlerhaftes Auswuchten hin.

Motor & Batterie

Der Motor muss auch im kalten Zustand gut anspringen, im Leerlauf ohne Begleitgerräusche laufen und in allen Gängen gut durchziehen. Das lässt sich am besten bei einer Probefahrt testen, die auf keinen Fall ausfallen sollte. Vorher sollten Interessenten aber noch einen Blick unter die Haube werfen: Die Batterie sollte nicht älter als vier Jahre alt sein und an einzelnen Schlauchanschlüssen sollten keine Flüssigkeiten austreten. Schaum oder Ölspuren im Kühlwasser deuten auf eine defekte Zylinderkopf- Dichtung hin.

Hebel & Pedale

Bei der Probefahrt sollten auch Scheinwerfer, Scheibenwischer, Lüftungsanlage und alle Instrumente im Armaturenbrett gecheckt werden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Pedale: Die Bremse sollte geichmäßig ziehen und spätestens nach halbem Pedalweg ansprechen. Die Kupplung sollte ruckfrei funktionieren und nicht durchrutschen.

Papiere

Stimmt mit dem Wagen alles, sollte man sich vom Verkäufer die Fahrzeugpapiere vorlegen lassen. Die Daten im Kfz-Brief und -Schein sollten mit dem Wagen verglichen werden, beispielsweise ob die Fahrzeugs- Identifizierungsnummer übereinstimmt. Aus dem Brief geht zudem die Zahl der Vorbesitzer hervor. An Hand des Kundendienstheftes lässt sich nachvollziehen, ob das Auto regelmäßig inspiziert wurde. 

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