Trendumkehr auf dem Lehrstellenmarkt

Bayreuth - Auf dem Lehrstellenmarkt zeichnet sich eine Trendumkehr ab. Selbst in der bisherigen Problemregion Oberfranken gibt es derzeit mehr freie Ausbildungsplätze als unversorgte Bewerber.

Nach Angaben der Kammern liegt zwar das Lehrstellenangebot aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage deutlich unter dem Vorjahresniveau. Dieser Rückgang werde aber durch eine überdurchschnittliche Abnahme der Bewerberzahlen mehr als kompensiert, berichteten die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer für Oberfranken am Montag in Bayreuth. Für Betriebe werde es künftig immer schwieriger, geeignete Bewerber zu bekommen, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Hans Trunzer.

Landesweite Zahlen zur Lehrstellensituation wollen Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) und der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Rainer Bomba, an diesem Mittwoch in München bekanntgeben. Arbeitsstaatssekretär Markus Sackmann (CSU) geht davon aus, dass es in diesem Jahr gelingt, wieder jedem Jugendlichen einen Ausbildungsplatz anzubieten.

Angesichts der demografischen Entwicklung und des drohenden Fachkräftemangels appellierte Sackmann an die Unternehmen, jedem Bewerber eine Chance zu geben. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im bayerischen Handwerk liege derzeit mit knapp 25 600 um 7,7 Prozent unter dem sehr hohen Vorjahresniveau, berichtete der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, Horst Eggers.

Im oberfränkischen Handwerk gibt es aktuell einen Rückgang von 9,4 Prozent auf 2 352 Lehrverträge. Einen ähnlichen Trend verzeichnet auch die Industrie- und Handelskammer. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Hauptschulabgänger in der Region um 8,0 Prozent zurückgegangen.

Zur Entspannung auf dem Lehrstellenmarkt trage auch der starke Abbau von Altbewerbern und der der Rückgang der Bewerber aus den benachbarten neuen Bundesländern bei. Zudem würden immer mehr Realschüler nach ihrem Abschluss eine Fachoberschule besuchen. Sorgen bereitet den Kammern dagegen die nach wie vor sehr hohe Zahl von nicht ausbildungsreifen Jugendlichen.

dpa

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