Trendwende am Arbeitsmarkt blieb aus

- Nürnberg - Die erwartete Trendwende am Arbeitsmarkt in Bayern ist im vergangenen Jahr ausgeblieben. Im Dezember 2004 waren im Freistaat 473 700 Menschen ohne Beschäftigung. Das waren 19 600 mehr als ein Jahr zuvor, berichtete die Regionaldirektion für Arbeit am Dienstag in Nürnberg. Der witterungsbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel mit 39 500 sogar deutlich größer aus als in den Jahren zuvor. Im Jahresdurchschnitt erreichte die Zahl der Erwerbslosen im Freistaat mit 449 700 den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Der Chef der Regionaldirektion, Wolfgang Breunig, erwartet auch im neuen Jahr keine spürbare Entlastung des Arbeitsmarktes im Freistaat. Die Arbeitslosenquote in Bayern betrug Ende des vergangenen Jahres 7,3 Prozent (Vorjahr: 7,0 Prozent). Die Zahl der offenen Stellen lag mit 34 400 um 4600 oder 11,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Als besonders problematisch stufte Breunig die wachsende Zahl der Langzeitarbeitslosen ein. Sie lag Ende Dezember mit 137 500 um 18 400 oder 15,5 Prozent über dem Wert vom Dezember 2003.<BR><BR>Spiegelbildlich zum Anstieg der Arbeitslosenzahl nahm die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten binnen Jahresfrist ab. Sie betrug zum letzten verfügbaren Datum Ende Oktober 4,335 Millionen und verringerte sich damit im Vergleich zum Vorjahreswert um  22 800. Allein im Baugewerbe gingen nach Angaben der Regionaldirektion innerhalb eines Jahres 14 200 Arbeitsplätze verloren. Im verarbeitenden Gewerbe waren es 12 200.<BR><BR>Auch am regionalen Gefälle auf dem Arbeitsmarkt in Bayern hat sich im vergangenen Jahr wenig geändert. Die höchsten Arbeitslosenquoten verzeichneten Ende Dezember die Agenturen in Hof (11,6 Prozent), Coburg (10,9 Prozent) und Bayreuth (10,4 Prozent). Den günstigsten Arbeitsmarkt wiesen erneut die Agenturbezirke Freising und Donauwörth mit Quoten von 4,6 beziehungsweise 5,2 Prozent auf.

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