Trendwende am Arbeitsmarkt: 73 000 neue Jobs in Bayern

- München ­- Bayern hat mit den stärksten Beschäftigungszuwachs aller Bundesländer. Mehr als 73 000 Jobs sind 2006 im Freistaat neu entstanden. Nur Hamburg kann ein stärkeres Plus vorweisen. Dies geht aus der Jahresbilanz der Regionaldirektion Bayern hervor. Insgesamt sank die Zahl der Arbeitslosen im Jahresschnitt um 58 500 auf 446 400 ­ der niedrigste Stand seit 2002.

"Das vergangene Jahr verlief für den Arbeitsmarkt in Bayern deutlich besser, als es selbst Optimisten am Jahreswechsel 2005/2006 erwartet hatten", sagte der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Andreas Stöhr. Von der Trendwende profitierten vor allem die Hochqualifizierten. So sank die Zahl der Arbeitslosen, die seit weniger als zwölf Monaten einen Job suchen, um 18,1 Prozent. Der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen lag dagegen nur bei 3,1 Prozent.

Gute Nachrichten gab es für Jugendliche. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren sank um 20,4 Prozent auf 56\x0f900. Deutlich schlechter lagen die Jobchancen für Ältere. Bei den über 50-Jährigen sank die Arbeitslosenzahl nur um 7,2 Prozent. Insgesamt waren 121\x0f700 Ältere ohne Job ­ das ist mehr als jeder vierte Arbeitslose in Bayern.

Kräftiges Stellenplus

Besonders deutlich war der Beschäftigungszuwachs in der Zeitarbeitsbranche (mehr als 40 000 neue Jobs), im verarbeitenden Gewerbe (8100), im Gesundheitswesen (7000) sowie im Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung (6500). Sogar die Krise in der Baubranche scheint überwunden. Sie legte mit 1300 Einstellungen leicht zu. Einen Rückgang gab es dagegen im Kredit- und Versicherungsgewerbe (minus 2000 Stellen).

Bayern wächst

Der Aufschwung im Freistaat lockte verstärkt Zuwanderer an. Allein 2006 kamen mehr als 30\x0f000 nach Bayern. Zwischen 2001 und 2005 wuchs die Bevölkerung um rund 235 000. Hauptziel der Zuwanderer war Südbayern.

Nord-Süd-Gefälle

Während in Freising mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent quasi Vollbeschäftigung herrscht, war in Hof im Schnitt jeder Zehnte ohne Arbeit. Insgesamt sind die Chancen, wieder einen Job zu finden, in Südbayern nach wie vor deutlich besser als in Nordbayern (siehe Grafik oben).

Fachkräfte-Mangel

Im Jahresschnitt waren gut 70 000 offene Stellen bei der Bundesagentur in Bayern registriert. Das ist ein Zuwachs von 26,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Teilweise zeichne sich bereits ein Mangel an Fachkräften ab, so der Chef der Regionaldirektion.

Niedrigere Ausgaben

Die guten Zahlen entlasten auch den Haushalt der Regionaldirektion. Die Kosten für Arbeitslosengeld I gingen um mehr als 600 Millionen Euro auf 3,38 Milliarden Euro zurück. Für Schulungen und Weiterbildungen gaben die Agenturen in Bayern insgesamt 1,44 Milliarden Euro aus ­ ein Rückgang von 138 Millionen Euro.

Positiver Trend für 2007

Die Bundesagentur rechnet für 2007 mit einem weiteren, jedoch leicht abgeschwächten Stellenplus in Bayern. Die Arbeitslosenzahl werde um 35 000 bis 40 000 zurückgehen, so Stöhr. Voraussetzung sei ein Wachstum von 1,5 bis 2,0 Prozent.

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