Trendwende: Medien als Jobmotor

München - Die Informations- und Kommunikationsbranche (IuK) im Großraum München hat die Krise der vergangenen Jahre überwunden und wächst wieder. Motor des Aufschwungs sind Medien- und Softwareunternehmen. Produktionsstätten für Elektronik werden zunehmend ins Ausland verlagert.

Nach den Krisen-jahren 2001 bis 2003 blickt die IuK-Wirtschaft wieder positiv in die Zukunft: Der Branchen-Umsatz ist zwischen 2004 und 2006 von 70 Milliarden Euro um 5,7 Prozent auf 74 Milliarden gestiegen, jedes vierte Unternehmen will einstellen, Entlassungen sind kaum ein Thema.

Das geht aus der IuK-Studie 2007 für den Großraum München von der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern (IHK) und des Referats für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München hervor, die gestern vorgestellt wurde. 59 Prozent der befragten Unternehmen erwarten mittelfristig eine positive Geschäftsentwicklung.

Die IuK-Wirtschaft unterliegt einem Strukturwandel. Auffälligstes Indiz dafür: Die Investitionen sind zwischen den Jahren 2004 und 2006 von 8,4 Milliarden auf 7 Milliarden Euro zurückgegangen. IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Dörfler führt das darauf zurück, dass Produktionsstätten ins Ausland verlagert wurden - und werden.

Ein Beispiel für den Wandel ist Siemens. BenQ, die ehemalige Siemens-Mobilfunksparte, ging pleite, die Konzern-Ausgliederungen Epcos, Produzent von elektronischen Bauteilen, und Infineon, Hersteller von Chips, lassen verstärkt in Billiglohn-Ländern fertigen, während die Bereiche Forschung, Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb weiter hierzulande ansässig sind.

Den Wandel in der IuK-Wirtschaft belegen auch die Beschäftigtenzahlen: 2001 arbeiteten bei Herstellern von Endgeräten (Handys, Computer) 71 046 Menschen, 2006 waren es nur noch 47 065. In der Software-Branche stieg die Zahl der Festangestellten dagegen im gleichen Zeitraum von 48 402 auf 55 062, bei den Medienbetrieben von 55 210 auf 61 929.

Inhalte, also Medien, Software und Werbung, gewinnen an Bedeutung. Das fängt den Jobabbau bei Elektronikproduzenten auf und trägt wesentlich zum Wachstum des gesamten Sektors bei. Die Umsätze der Medienbetriebe stiegen laut Münchens Wirtschaftsreferent Reinhard Wieczorek zwischen 2004 und 2006 um 22 Prozent. 2006 erzielten sie rund 21 Milliarden Euro Umsatz.

Verlage und Rundfunksender sind auch die größten Arbeitgeber. Sie beschäftigen jeden vierten festangestellten Arbeitnehmer des IuK-Sektors, in dem insgesamt knapp 385 000 festangestellte und freie Mitarbeiter tätig sind.

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