Trendwende: Für Sportartikelbranche soll es wieder aufwärts gehen

- München - Nach Jahren sinkender Umsätze soll es mit der deutschen Sportartikelbranche heuer aufwärts gehen. "Wir hoffen auf die Trendwende", sagte Werner Haizmann, Präsident des Verbandes Deutscher Sportfachhandel, anlässlich der Fachmesse Ispo Sommer, die am Sonntag in München beginnt. Unter anderem begünstigt durch steigendes Interesse am Laufen und Wandern sowie die nahende Fußball-Weltmeisterschaft könne man "vielleicht Ende des Jahres mit einem Plus rauskommen". Allerdings drohen Preiserhöhungen wegen des teuren Öls.

Bis zum Mai haben die Sportfachhändler heuer den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent gesteigert, wie Haizmann sagte. Die Sommersaison habe aber Nachholbedarf, erklärte Siegfried Paßreiter vom Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie. Im vergangenen Jahr setzte die Branche knapp sieben Milliarden Euro um. Dieser Wert soll mindestens wieder erreicht werden.

Dabei hilft der Trend zum Laufen und Wandern. Gerade im Raum München - mit über einer Milliarde Euro Jahresumsatz der wichtigste Markt in Deutschland - erlebe man, dass es "bei allen Verbraucherschichten wieder in ist, in die Berge zu gehen". Auch das - nach der Boris-Becker-Steffi-Graf-Ära lange vernachlässigte - Tennis gewinne an Bedeutung. Zudem wirft die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ihre Schatten voraus. "Für den Handel beginnt die WM vor Weihnachten", sagte Haizmann. Dann kämen die neuen Produktlinien bei Trikots, Schuhen und Bällen in die Geschäfte. Während die Zahl der Vereinssportler im Fußball weiter zurückgeht, wächst das Segment der unorganisierten Freizeit- und Hobbykicker.

Allerdings besorgt der hohe Ölpreis die Branche. Viele Sportartikel - etwa Tennisschläger und Skier - basieren auf Ölprodukten. Deshalb seien Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen, wenn neue Kollektionen herauskommen, hieß es. Paßreiter warnte vor einer Anhebung der Mehrwertsteuer. "Wenn das im Bereich von mehr als zwei Prozent ist, würde das nicht spurlos an Industrie und Handel vorübergehen." Schon die Diskussion verstärke die Kaufzurückhaltung.

Die Fachmesse selbst leidet unter einem massiven Rückgang der Ausstellerzahlen. Im Vergleich zum Vorjahr sackte die Zahl um über 13 Prozent auf 1049 ab. Trotz bevorstehender Fußball-WM sind mit Nike und Puma zwei der wichtigsten Unternehmen erneut nicht vertreten. Immerhin nimmt Puma an der Sonderschau Ispovision teil. Die dreht sich um die Sportmode. Gerade Turnschuhe sind als Teil der Freizeitkleidung weit verbreitet. Das Segment boomt. Entsprechend verdoppelte sich hier die Ausstellerzahl auf 45. Insgesamt erhofft sich die Messe mehr Besucher als im Vorjahr, als 25 000 Menschen zur Sommer-Ispo kamen.

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