Treue zur Bank kann teuer sein

München - Immer mehr Banken werben mit kostenlosen Girokonten. Trotzdem scheuen viele Kunden den Wechsel und zahlen so im ungünstigsten Fall jedes Jahr 200 Euro zuviel.

Das ideale Girokonto - kostenlos, gut verzinst, mit gebührenfreier EC- und Kreditkarte und vielen Geldautomaten - ist nicht leicht zu finden, aber durchaus existent. Die Stiftung Warentest rät daher allen Bankkunden, einen genauen Blick auf ihren Kontoauszug zu werfen, um zu sehen, wie viel Gebühren das eigene Geldinstitut überhaupt verlangt. Das wüssten die wenigsten Verbraucher, schreiben die Tester in ihrer Zeitschrift Finanztest. Wer für ein Filialkonto inklusive Kreditkarte mehr als 80 Euro oder für ein Online-Konto mehr als 40 Euro im Jahr bezahlt, sollte sich einen Wechsel überlegen. Vorab muss aber klar sein, ob eine persönliche Betreuung bei einer Filialbank gewünscht ist, oder eine Online- bzw. Telefonbetreuung bei einer Direktbank rund um die Uhr ausreicht.

Die Auswahl an kostenlosen Girokonten werde immer größer, stellten die Tester fest. Allerdings seien diese oft an Bedingungen geknüpft oder nur bei Online-Kontoführung erhältlich. Kostenlose Online-Konten ohne Bedingungen inklusive Kreditkarte haben die Direktbanken DKB, ING-Diba, Skatbank, SKG Bank und Wüstenrot Bank zu bieten. Dünner wird die Auswahl für Kunden, die auf ein Filialnetz wert legen. Bundesweit bietet nur die Norisbank ein kostenloses Konto mit Kreditkarte an, regional begrenzt auch einige Sparda-Banken.

Unterschiede gibt es auch bei den Überziehungszinsen. Für einen Dispokredit sind bei den getesteten Banken zwischen 7 und fast 15 Prozent fällig, bei geduldeter Überziehung sogar bis zu knapp 20 Prozent.

Das Geldabheben ist an den Automaten der kontoführenden Bank immer kostenlos. Teuer wird es, wenn ein Kunde einen Geldautomaten außerhalb seines Bankenverbundes nutzt. Laut Stiftung Warentest zahlen Kunden, die "fremdgehen", für jede Abhebung im Schnitt vier Euro.

Aufpassen müssen vor allem Kunden der DKB und der SKG Bank. Wer bei diesen Banken - so wie er es gewohnt ist - mit der EC-Karte Geld abhebt, muss jedes Mal 10 Euro zahlen. Denn bei diesen Banken muss der Kunde mit der Kreditkarte Geld abheben - das ist dann aber sogar weltweit kostenlos.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Eklat um Mini-Dosen: Coca-Cola plant diese Öko-Revolution 
Vor ein paar Tagen stand Coca-Cola noch als Umweltsünder in spe am Pranger. Nun kontert der Brausen-Konzern mit einer ambitionierten Umweltoffensive.
Nach Eklat um Mini-Dosen: Coca-Cola plant diese Öko-Revolution 
Schlimmer Vorwurf gegen Edeka: Dunkler Verdacht bei Chicken Nuggets
Chicken Nuggets sind sehr beliebt. Auch Edeka verkauft das Nahrungsmittel. Eine Studie erhebt eine heftige Anschuldigung gegen die Lebensmittelkette.
Schlimmer Vorwurf gegen Edeka: Dunkler Verdacht bei Chicken Nuggets
Forderung nach mehr Tierschutz zum Auftakt der Grünen Woche
Lebensmittel sollen nicht zu teuer sein. Doch was bedeutet das für den Umgang der Bauern mit Tieren und Böden? Naturschützer dringen zum großen Branchentreffen in Berlin …
Forderung nach mehr Tierschutz zum Auftakt der Grünen Woche
SEC dämpft Hoffnung auf Bitcoin-Fonds
Washington (dpa) - Die US-Börsenaufsicht SEC hat erneut Zweifel an Kryptowährungen wie Bitcoin angemeldet und Hoffnungen der Fondsbranche auf entsprechende …
SEC dämpft Hoffnung auf Bitcoin-Fonds

Kommentare