Trichet zum neuen Zentralbankpräsidenten ernannt

- Brüssel - Der Franzose Jean-Claude Trichet übernimmt zum 1. November das Amt des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Staats- und Regierungschefs der zwölf Länder mit der Euro- Gemeinschaftswährung ernannten den 60 Jahre alten Chef der französischen Notenbank beim EU-Gipfel in Brüssel, sagte der amtierende italienische Ratspräsident Silvio Berlusconi.

<P>Trichet wird Nachfolger des Niederländers Wim Duisenberg. Der Franzose wird die Aufgabe in Frankfurt/Main, dem Sitz der EZB, übernehmen. Trichet sagte, er wolle das Erbe seines Vorgängers Wim Duisenberg bewahren. "Die Verantwortung, die mir der Gipfel überträgt, ist schwer", der neue EZB-Präsident in Brüssel vor den Staats- und Regierungschefs.</P><P>Als das Erbe seines Vorgängers Duisenberg bezeichnete der bisherige französische Notenbankpräsident das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung Euro und das gute Funktionieren der geldpolitischen Institutionen in Europa, zu denen auch die EZB zähle.</P><P>Trichet ist als Finanz- und Währungsfachmann international anerkannt. Wegen der schwachen Konjunktur und der ausufernden Staatsverschuldung in europäischen Kernländern wie Deutschland und Frankreich steht der neue EZB-Präsident vor großen Herausforderungen. Es ist der erste Wechsel an der Spitze der noch neuen Frankfurter Zentralbank. Trichets Unterschrift wird künftige Euro-Banknoten zieren.</P><P>Trichet hatte ein mehrstufiges Ernennungsverfahren durchlaufen, in das die Frankfurter Notenbank und das Europaparlament eingebunden waren. Erst im Juni hatte ein Freispruch im Pariser Strafprozess um die frühere Staatsbank Crédit Lyonnais dem Karrierebeamten den Weg nach Frankfurt geebnet. Duisenberg (68) hatte wegen des Verfahrens für Trichet den Platz freigehalten und war länger an der Spitze der Bank geblieben als von ihm ursprünglich geplant.</P>

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