Personal soll aber nicht abgebaut werden

Triebwerksbauer MTU will sparen

München - Der Triebwerkshersteller MTU hat viel Arbeit, verdient aber zu wenig. Nun wird der Rotstift angesetzt - Personal will der Konzern aber nicht abbauen.

Der Triebwerkshersteller MTU hat die Gewinnziele für 2013 gekappt und verordnet sich ein Sparprogramm. Stellen will der Konzern dabei aber nicht streichen, wie MTU-Finanzvorstand Reiner Winkler am Mittwoch in München sagte. Pro Jahr will Winkler, der im kommenden Jahr Konzernchef Egon Behle ablöst, mehrere zehn Millionen Euro einsparen. Das Programm könne sich bis ins Jahr 2014 ziehen. Weitere Einzelheiten soll es nach dem dritten Quartal geben.

Das zweite Quartal war für MTU nicht so gut gelaufen wie erhofft. Zwar hat der Konzern auch zuletzt wieder milliardenschwere Aufträge eingesammelt und sitzt auf einem prall gefüllten Orderbuch, der Gewinn konnte damit aber bisher nicht mithalten. Schuld ist vor allem das Ersatzteilgeschäft: Der Verkauf der teuren Teile lief in einigen Bereichen deutlich schlechter als erhofft. Zwischen April und Juni sank der bereinigte Gewinn um 4,2 Prozent auf 50,6 Millionen Euro.

Zudem stagniere der Industriegasturbinen-Bereich. „Wir erwarten im zweiten Halbjahr nur eine leichte Verbesserung dieses Trends“, sagte MTU-Vorstandsvorsitzender Egon Behle. Ursprünglich wollte sich Behle mit einem Gewinnsprung von MTU verabschieden. Daraus wird nun wohl nichts. Bisher hatte MTU für das Jahr 2013 mit einem Anstieg des bereinigten Gewinns um 10 bis 12 Prozent gerechnet. Nun soll dieser Wert nur noch auf Vorjahresniveau von rund 375 Millionen Euro liegen.

Die Börse reagierte entsetzt: Der Kurs der MTU-Aktie rauschte zeitweise um 10 Prozent in die Tiefe. An seinen langfristigen Wachstumszielen hält der Konzern fest. An Arbeit fehlt es nicht: In den Büchern stehen Aufträge für die nächsten drei Jahre. Auch der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 5,4 Prozent auf 907,5 Millionen Euro. Das lag vor allem am Verkauf der Triebwerke für neue Flugzeuge wie Boeings „Dreamliner“ und den Airbus A380.

dpa

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