DAX tritt auf der Stelle

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Frankfurt (dpa) - Die überraschende Eintrübung der Konjunkturerwartungen für Deutschland hat am Dienstag den deutschen Aktienmarkt belastet.

Der Leitindex DAX drehte nach den vom ZEW ermittelten Daten für April zeitweise in die Verlustzone und zeigte sich bis zur Mittagszeit mit plus 0,02 Prozent auf 6.556,01 Punkte nahezu unverändert. Der MDAX gab einen Teil seiner frühen Gewinne ab und stieg um 0,29 Prozent auf 8.821,45 Zähler. Der TecDAX legte um 0,37 Prozent auf 790,04 Punkte zu.

Stratege Heino Ruland von FrankfurtFinanz meinte dennoch, dass der Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nicht überbewertet werden sollte. Aussagekräftiger sei der ifo-Index, der am 24. April wieder veröffentlicht wird. "Der ZEW neigt dazu, aktuelle Ereignisse zu überzeichnen." Allerdings mache die ZEW-Aussage, dass die Konjunkturerwartungen von außergewöhnlich hohen Preissteigerungsraten belastet worden seien, deutlich, dass in Sachen Inflation derzeit ein Umdenken stattfinde. Der Markt gehe von einem desinflationären zu einem inflationären Szenario über, was gleichermaßen schlecht für Aktien- und Rentenmärkte sei.

Gute Zahlen von Großbritanniens größtem Einzelhändler Tesco gaben den METRO-Aktien Auftrieb. Sie profitierten mit 2,89 Prozent Kursgewinn auf 49,44 Euro von den Geschäftsjahreszahlen des Wettbewerbers sowie einem guten Start ins neue Geschäftsjahr. Damit rückten sie an die Spitze im DAX.

Siemens gewannen 1,62 Prozent auf 69,00 Euro. Am Markt wurde vor allem von einer Erholung nach den jüngsten Kursverlusten gesprochen, denn nach der Gewinnwarnung des US-Wettbewerbers General Electric (GE) waren die Titel deutlich unter Druck geraten. Die Einigung des Technologiekonzerns mit dem Betriebsrat über einen Arbeitsplatzabbau bei der zum Verkauf stehenden Netzwerk-Tochter SEN sei kein Grund für Kursgewinne, meinte ein Analyst. "Sie ist zu teuer", sagte er.

Die TUI-Aktien gaben einen Teil ihrer frühen Gewinne wieder ab und stiegen zuletzt um 0,91 Prozent auf 16,67 Euro. Zunächst hatten die Papiere auf einen Artikel im "Handelsblatt" reagiert, dem zufolge der russische Milliardär Alexej Mordaschow seine Beteiligung am Touristikkonzern angeblich ein weiteres Mal aufstocken wolle. Kurz darauf machte dann aber ein Artikel einer russischen Tageszeitung die Runde, in dem Mordaschow persönlich mit einer gegenteiligen Aussage zitiert wurde. "Es ist zu früh, um über einen Ausbau meiner Beteiligung zu reden", sagte der Stahl- und Reiseunternehmer der russischen Tageszeitung "Vedomosti" (Dienstag).

Im MDAX legten die Premiere-Aktien 2,03 Prozent auf 14,06 Euro zu und zählten zu den stärksten Werten im Index. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, könnte die von dem Medienunternehmer Rupert Murdoch kontrollierte News Corp den Anteil an dem Bezahlsender von 22,7 auf 25 bis 26 Prozent erhöhen. Die Nachricht dürfte die Spekulationen um die Zukunft von Premiere wieder anheizen, sagten Händler.

Eine Kurszielsenkung belastete vor allem die Aktien der Deutschen Börse: Morgan Stanley nahm das Ziel für die Aktie des Börsenbetreibers von 155 auf 115 Euro zurück. Die Titel würden derzeit beispielsweise von Sorgen belastet, dass die Frankfurter die Marktprognosen nicht erreichen könnten, schrieb Analyst Bruce Hamilton. Deutsche-Börse-Papiere gaben um 2,13 Prozent auf 93,31 Euro nach.

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