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Mehr als 90 Millionen Lebensversicherungen gibt es in Deutschland – obwohl seit Jahren die Zinsen sinken.

Trotz allem:

Lebensversicherung bei Deutschen hoch im Kurs

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München – Die klassische Lebensversicherung verliert immer mehr an Attraktivität, sagen Verbraucherschützer. Dennoch stehen sie bei Deutschen hoch im Kurs.

Lebensversicherungen unattraktiv? Markus Rieß, Chef der Allianz Deutschland, sieht das ganz anders. Und er hat Zahlen dabei, die belegen sollen: Die Lebensversicherung ist als Altersvorsorge nach wie vor „unverzichtbar und alternativlos“. Fest steht zumindest eins: Die Nachfrage bei dem Münchner Versicherer ist ungebrochen. 11,8 Millionen Lebensversicherungen hat die Allianz Deutschland im vergangenen Jahr verwaltet – 90 000 mehr als im Vorjahr.

Die Beitragseinnahmen im Bereich Lebensversicherung stiegen entsprechend um 12 Prozent auf 17 Milliarden Euro – getrieben vor allem durch Einmalbeiträge (plus 30 Prozent). Im Neugeschäft setzt die Allianz vor allem auf ein neues Produkt, das den Namen „Perspektive“ trägt – eine Lebensversicherung ohne Garantiezins, bei der nur der Erhalt der eingezahlten Beiträge und später eine Mindestrente zugesichert wird. Mit der neuen Versicherung reagierte die Allianz auf die Niedrigzinsphase, die der Branche zu schaffen macht. Trotz viel Kritik ist „Perspektive“ erfolgreich gestartet: knapp 20 000 Verträge seit dem Verkaufsbeginn im September 2013. Der Erfolg von „Perspektive“ zeige, dass für den Kunden am Ende nur die Gesamtverzinsung zähle, nicht der Garantiezins, der aktuell zur Disposition steht, findet Rieß. Er ist überzeugt: „Auch wenn der Garantiezins gesenkt wird, wird die Nachfrage nach Lebensversicherungen nicht zurückgehen.“

Die Zuwächse in der Lebensversicherung trugen maßgeblich dazu bei, dass der Umsatz der Allianz Deutschland 2013 insgesamt um 6,8 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro stieg. Der Gewinn war dagegen rückläufig. Das operative Ergebnis ging um 21,1 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zurück. Grund dafür sei „die außerordentlich hohe Belastung durch diverse Naturkatastrophen“, sagt Rieß. Auch der Verkauf der defizitären Allianz-Bank und ein niedriges Kapitalanlageergebnis im vergangenen Jahr drückten aufs Ergebnis.

„Die Belastung durch Naturkatastrophen erreichte 2013 nahezu das Ausmaß des Jahrhundert-Hochwassers von 2002“, erläutert Rieß. Hochwasser in Ostdeutschland und Bayern, Hagelunwetter und Sturmtiefs: Allianz-Kunden meldeten 400 000 Überschwemmungs-, Hagel- und Sturmschäden – Allianz Deutschland zahlte 1,2 Milliarden Euro aus.

Die Ausgaben für Flut, Hagel und Stürme ließen das operative Ergebnis der Schaden- und Unfallversicherung sinken. Dennoch ist der Geschäftsbereich auf Wachstumskurs – die Beitragseinnahmen zogen leicht an. In der Autoversicherung blieb die Zahl der versicherten Fahrzeuge mit 8,1 Millionen konstant. In der Krankenversicherung stieg die Zahl der bei der Allianz versicherten Personen um 38 000 auf 2,6 Millionen. Die Einnahmen in der Sparte waren 2013 stabil, das Neugeschäft allerdings rückläufig (minus 20 Prozent). Schuld daran sind laut Rieß die Unisex-Tarife, die Ende 2012 eingeführt wurden. Das höhere Preisniveau habe bei den Kunden für Zurückhaltung gesorgt.

Diesen Marken vertrauen die Deutschen

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Nach der heftigen Unwetter-Serie im vergangenen Jahr rechnet Rieß für dieses Jahr mit einem deutlich besseren Ergebnis – ganz unabhängig davon, ob und in welcher Form die Rahmenbedingungen für Lebensversicherungen geändert werden (siehe Kasten).

Manuela Dollinger

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