Trotz aller Rückschläge: Langfristig sind Aktien eine gute Wahl

- Das Vertrauen kehrt langsam zurück, der Anteil der Aktionäre in Deutschland steigt wieder. Auch wenn die konjunkturelle Entwicklung unsicher ist: Langfristig kann sich die Anlage in Aktien durchaus lohnen. In Aktien investieren sollten jedoch nur Anleger, die das Geld über einen längeren Zeitraum entbehren können. Wer Aktien hingegen auf Pump kauft und damit auf den schnellen Euro hofft, kann leicht reinfallen. Wer grobe Fehler vermeidet, kann nach der Einschätzung von Experten langfristig aber durchaus eine gute Rendite erreichen.

<P>Knapp 5,2 Millionen Deutsche besaßen im zweiten Halbjahr 2003 Aktien, wie eine NFO-Infratest-Umfrage im Auftrag des Deutschen Aktieninstituts (DAI) ergab. Das war ein deutlicher Anstieg gegenüber knapp 4,7 Millionen im ersten Halbjahr 2002, dem Tiefststand nach der Börsenkrise. Die einstige Börsen-Euphorie ist aber vorbei: Von den mehr als 6,2 Millionen deutschen Aktionären im Jahr 2000 ist diese Zahl immer noch weit entfernt.</P><P>Wer Zeit hat, dem winkt satte Rendite</P><P>Dabei war die Aktienanlage in der Vergangenheit meistens sehr lukrativ, wenn man die Papiere über einen längeren Zeitraum im Depot ließ: Wer beispielsweise Ende 1992 die Aktien aus dem Deutschen Aktien-Index (Dax) kaufte und sie Ende 2000 wieder verkaufte, erzielte nach einer DAI-Erhebung eine satte Rendite von 19,5 Prozent. Aktionäre, die die gleichen Papiere im Depot hatten und sie Ende 2003 verkauften, bekamen immerhin noch eine Rendite von 9,0 Prozent.</P><P>Allerdings ist das Aktien-Investment nach Angaben von Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), nicht für jeden gleichermaßen geeignet: "Man sollte sich schon intensiv mit dem Thema beschäftigen, wenn man sein Geld in Aktien anlegen will." Auch ein gewisser Spaß am Investieren und am Verfolgen der Börsenkurse sei von Vorteil.</P><P>"Man sollte möglichst nur Aktien von Unternehmen kaufen, die eine Dividende bezahlen", empfiehlt Kurz. Wichtig bei der Bewertung einer Aktie sei daher auch eine möglichst hohe Dividendenrendite.</P><P>Kurs-Gewinn-Verhältnis soll im Branchenvergleich niedrig ausfallen</P><P>Als weitere wichtige Kennzahl zur Bewertung einer Aktie nennt Jürgen Kurz das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Dabei müsse das KGV im Branchenvergleich möglichst niedrig sein, so Kurz. Ebenso wichtig wie die nackten Zahlen ist laut Kurz aber der gesunde Menschenverstand: "Man sollte sich immer die Frage stellen, ob das Unternehmen gute Chancen am Markt hat", gibt er als Faustregel aus.</P><P>Aber auch die wirtschaftliche Lage dürfen Aktionäre nicht außer Acht lassen: Zu Zeiten des Aufschwungs steigen nach Einschätzung von Experten meist die Umsätze von Branchen wie der Halbleiter- oder der Rohstoff-Industrie. Der Einzelhandel hingegen profitiert häufig erst zu Zeiten des konjunkturellen Abschwungs, wenn sich die steigenden Löhne bemerkbar machen. All das hat Auswirkungen auf die Aktienkurse. Nur nichtzyklische Werte wie etwa Versorgungsunternehmen oder Banken entwickeln sich erfahrungsgemäß relativ unabhängig von der Konjunktur.</P><P>Aktien können zwar starke Renditen abwerfen, bedeuten für den Anleger aber auch erhöhtes Risiko. Experten raten daher, dieses Risiko durch eine breite Streuung zu mindern: "Man sollte nicht nur auf eine Branche setzen", empfiehlt Kurz. Zudem sei bei der Aktienanlage ein langer Atem nötig: "Mindestens drei bis vier Jahre sollte man das Geld schon anlegen. Aktien sind eher eine langfristige Form der Anlage."</P>

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