Trotz Aufwärtstrend: Lufthansa will rund 2000 Stellen streichen

- München - Für die Fluglinie geht es aufwärts, doch den Mitarbeitern drohen Turbulenzen. Trotz eines leichten Aufwärtstrends bei den Passagierzahlen in den ersten neun Monaten will die Lufthansa in den nächsten Jahren rund 2000 Stellen abbauen, die Hälfte davon bei der Catering-Tochter LSG. Der Konzern halte am Ziel fest, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

<P>500 bis 600 weitere Stellen stehen bei der Flugzeugabfertigung auf der roten Liste, weitere 200 im Gebäudemanagement und 100 Stellen bei Lufthansa Cargo. Die Zahlen nennt der Betriebsratsvorsitzende Manfred Calsow in der Mitarbeiterzeitschrift "Lufthanseat". Er bekräftigte das Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern. Eine regionale Aufgliederung des Stellenabbaus ist bisher nicht bekannt. Lufthansa beschäftigt in Deutschland rund 59 000 Mitarbeiter.</P><P>Wie der Konzern mitteilte, wuchs die Zahl der Passagiere in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent auf 33,5 Millionen. Erreicht wurde das dank guter Auslastung durch flexibles Kapazitätsmanagement und trotz der anhaltend schwachen Weltwirtschaft, der Seuche Sars und der Folgen des Irak-Krieges.</P><P>Die Auslastung der Passagiermaschinen landete bei 73,3 Prozent. Die Konjunkturschwäche beeinträchtigte weiter das Frachtgeschäft. Lufthansa Cargo transportierte von Januar bis September 4,4 Prozent weniger Fracht und Post. Der Nutzladefaktor ging deutlich auf 64,1 Prozent zurück. Insgesamt habe der Konzern damit eine Auslastung von 69,2 Prozent erreicht, hieß es weiter.<BR>Die Lufthansa hatte dank eines rigiden Sparprogramms im zweiten Quartal überraschend einen operativen Gewinn von 65 Millionen Euro verbuchen können. Im ersten Quartal hatte die Kranichlinie noch einen Verlust von 415 Mio. Euro einstecken müssen. Sein wirtschaftliches Ergebnis für die ersten neun Monate will der Konzern am 12. November veröffentlichen.</P><P>Betriebsrat Calsow räumte ein, dass sich die Lufthansa angesichts der zunehmenden Konkurrenz von Billigfluglinien und der Neuordnung der Allianzen _ zuletzt der Zusammenschluss von Air France und KLM sowie der Beitritt von Swiss zur Allianz von British Airways _ in einem schwierigen Prozess befinde. Es werde noch zwei bis drei Jahre dauern, die konjunkturelle Krise und die Restrukturierung zu bewältigen. "Am Ende wird aber eine Lufthansa stehen, die im Rahmen der Allianzen hoch wettbewerbsfähig sein wird", sagte er. Sie werde zu den Gewinnern gehören, "weil sie mit einer Flexibilität und einer Geschwindigkeit auf die Herausforderungen reagiert, die von anderen so nicht vollzogen werden kann."</P><P>Die Lufthansa ordnet offenbar auch den Auftritt ihrer regionalen Fluggesellschaften neu. Voraussichtlich Ende Oktober träten Eurowings, Lufthansa City Line, Augsburg Airways und Contact Air einheitlich als "Lufthansa Team Regional" auf, heißt es in der Branche. Die Marke Eurowings solle verschwinden. Das Unternehmen will sich erst nächste Woche dazu äußern. Die Lufthansa-Aktie hielt sich im Tagesverlauf leicht im Plus.</P>

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