Trotz Kürzungen: Altersvorsorge im Betrieb gehört die Zukunft

- Auch wenn sich einige Arbeitgeber aus der Finanzierung zurückziehen, sind Betriebsrenten kein Auslaufmodell. "Der betrieblichen Altersvorsorge gehört auch weiterhin die Zukunft", sagt Klaus Stiefermann, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung. Wegen der demografischen Entwicklung werde es in Zukunft einen Mangel an jungen Fachkräften geben. Die könnten dann mit Betriebsrenten gelockt werden.

<P>Zwar hielten sich die Arbeitgeber wegen der wirtschaftlichen Lage noch zurück, sagt auch Susanne Meunier, Expertin von "Finanztest". "Es kann aber auch sein, dass die Firmen bei einer Besserung der Konjunktur wieder verstärkt in Betriebsrenten investieren." Mehr als 15 Millionen Arbeitnehmer hatten nach einer Infratest-Studie im Auftrag des Bundessozialministeriums im März 2003 Anspruch auf eine Betriebsrente - ein Anstieg gegenüber 2001 um sechs Prozent. Allerdings geht der Trend von den rein arbeitgeberfinanzierten Pensionen hin zu Modellen, die vom Arbeitnehmer mitfinanziert werden.<BR><BR>Wegnehmen gilt nicht</P><P>"Wer schon eine Betriebsrente bekommt, dem kann nichts mehr weggenommen werden", erklärt Martina Perreng, Expertin für Arbeitsrecht beim Deutschen Gewerkschaftsbund. Gleiches gilt für die bereits angesparten Beiträge. Unternehmen können die Betriebsrenten auch nicht nach Belieben einschränken. "Die Änderung oder Kündigung der zugesagten Betriebsrente ist nur erlaubt, wenn der Arbeitgeber sich in einer besonders schwierigen wirtschaftlichen Lage befindet", sagt Perreng.<BR><BR>Entgeltumwandlung</P><P>Auch Arbeitnehmer, denen die Betriebsrente gekündigt wird oder die erst gar keinen Anspruch darauf hatten, müssen auf eine betriebliche Altersvorsorge nicht verzichten: Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Entgeltumwandlung. Dabei wird ein bestimmter Betrag vom Gehalt abgezogen und für die Altersvorsorge angelegt. "Die betriebliche Altersvorsorge bietet interessante Vorteile gegenüber der privaten Vorsorge. Die Versicherten erhalten meist einen Gruppenrabatt, und die Anlage wird staatlich gefördert", erklärt Susanne Meunier. Zwar sei die betriebliche Altersvorsorge seit diesem Jahr krankenversicherungspflichtig. Dennoch handele es sich um eine attraktive Form der Vorsorge.<BR><BR>Alternativen</P><P>Dabei gibt es verschiedene Anlagemöglichkeiten. Außer der klassischen arbeitgeberfinanzierten Betriebsrente kommen Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktzusage und Unterstützungskasse in Frage. "Besonders die Pensionskasse ist für Arbeitnehmer interessant, da dafür die meiste staatliche Förderung gezahlt wird", erklärt Meunier. Aber auch Pensionsfonds seien attraktiv. Allerdings ist auch bei der betrieblichen Altersvorsorge Vorsicht geboten: Grundsätzlich verfallen zwar die Ansprüche aus einer Betriebsrente seit 2002 nicht mehr. "Völlig unklar ist derzeit aber noch, inwiefern eine Versicherung bei einem Arbeitsplatzwechsel mitgenommen werden kann", sagt Meunier.<BR><BR></P>

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