Trotz magerer Rendite: Sparer schätzen Bundeswertpapiere

- Wenn es um die Geldanlage geht, ist Sicherheit für viele das oberste Gebot. Deswegen sind derzeit - trotz des mageren Zinsniveaus - Bundesanleihen und -schatzbriefe heiß begehrt. Bevor Anleger zuschlagen, sollten sie allerdings die steuerlichen Auswirkungen beachten.

<P>Die Bundeswertpapierverwaltung (BWpV) verkaufte 2004 Wertpapiere im Wert von 1,7 Milliarden Euro und damit rund 50 Prozent mehr als 2003. Für das laufende Jahr erwartet die BWpV eine weiter steigende Nachfrage, obwohl der Renten- und Anleihenmarkt derzeit alles andere als attraktiv ist. So sanken zehnjährige Bundesanleihen vor wenigen Wochen auf ein historisches Rekordtief von 3,4 Prozent. Zwar hat sich der Kurs wieder leicht auf 3,7 Prozent erholt, frühere Hochflüge von sechs Prozent und mehr werden aber bis auf weiteres ein Traum bleiben.<BR><BR>"Viele Anleger wollen kein Risiko eingehen, wenn es um ein sicheres Investment geht, und sie möchten flexibel bleiben, daher akzeptieren sie auch das magere Zinsniveau", sagt BWpV-Vizepräsident Thomas Dress. Diese Einschätzung bestätigte jüngst auch eine Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Danach ist für 97 Prozent der Bundesbürger die Sicherheit beim Vermögensaufbau das wichtigste Kriterium. Eine hohe Rendite ist nur für 80 Prozent maßgeblich.<BR><BR>Kurse wie einst mit sechs Prozent sind unrealistisch<BR><BR>Besonders begehrt waren 2004 Bundesschatzbriefe. Die Verzinsung beginnt im ersten Jahr aktuell bei 1,75 Prozent<BR>und steigt dann jährlich bis auf 4,25 Prozent. Schatzbriefe sind in zwei Ausführungen erhältlich: Beim Typ A mit sechsjähriger Laufzeit werden die Zinsen jährlich ausgezahlt, während beim siebenjährigen Typ B die Auszahlung der Zinsen erst nach Ablauf der Laufzeit erfolgt. Zudem kann man die Wertpapiere jederzeit zurückgeben, wenn die Zinsen steigen, und sie gegen neue, höher verzinsliche tauschen.<BR><BR>Das sollten Anleger auch tun, betont Thomas Bieler, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Gerade beim aktuell niedrigen Zinsniveau sei es nicht ratsam, Schatzbriefe einfach laufen zu lassen. Selbst wenn man die Papiere vorzeitig verkaufe, falle die Rendite zwar geringer aus als beim Halten bis zum Laufzeitende. Doch diese Einbußen ließen sich oft durch attraktive Anlagealternativen wie Tagesgeld ausgleichen.<BR><BR>Zu den Vorteilen bei Bundeswertpapieren zählt die Tatsache, dass man sie kostenlos auf einem Konto bei der BWpV aufbewahren lassen kann. Diesen Service nutzen mittlerweile rund 900 000 Anleger. Zudem lässt sich das Konto auch online abfragen.<BR><BR>Anleger sollten darauf achten, dass schon kleine Sparvermögen steuerpflichtig werden können. Das gilt nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Banken (BDB) beispielsweise bei den Bundesschatzbriefen des Typs B. Bei Auszahlung der Zinsen nach sieben Jahren seien Erträge oberhalb des Freibetrages von 1421 Euro zu versteuern. Daher sollte man vor dem Kauf die steuerlichen Folgen prüfen und erst dann die entsprechende Anlage wählen. Wenn eine Überschreitung des Freibetrags drohe, sei die jährliche Zinsausschüttung ratsam, so der Verband.<BR><BR>Auch Sparpläne werden mittlerweile angeboten<BR><BR>Mittlerweile bietet die BWpV auch Sparpläne für ihre Produkte an. Höhe und Dauer der Einzahlungen können vom Kunden bestimmt werden. Beim Erreichen des Sparziels kann vereinbart werden, dass die Wertpapiere in Monatsraten zurückgenommen und der Nennwert plus Zinsen ausgezahlt wird. Diese ratenweise Auszahlung kann befristet oder unbefristet geschehen. "Unser Sparplan-Angebot wird sehr gut angenommen", sagt Thomas Dress. <BR><BR>Daher plane die Bundeswertpapierverwaltung die Einführung neuer Sparprodukte unter anderem für die Altersversorgung.</P><P>Die Internetseite der Bundeswertpapierverwaltung: <BR>http://www.bwpv.de</P><P> </P>

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