Trotz teurer Fässer: Öl-Aktien steigen kaum

- München - Aktienbesitzer konnten zuletzt nur bedingt von den steigenden Ölpreisen profitieren. So haben die Papiere der großen Produzenten wie Exxon, Shell oder BP seit Anfang des Jahres im Durchschnitt lediglich um sechs Prozent zugelegt, während die Fass-Preise gleichzeitig um etwa 30 Prozent teurer wurden.

"Die Öl-Unternehmen haben sich von den Preisen abgekoppelt", sagt Oliver Plein von der Fondsgesellschaft DWS.

Zwar verdienen die Firmen derzeit gut am teuren Öl. Gleichzeitig seien aber die mittelfristigen Gewinnchancen dadurch eingeschränkt, dass die Ölfirmen immer mehr in die Förderung und Erschließung neuer Vorkommen investieren müssen, wie Marktbeobachter die Entwicklung begründen. Zudem vergeben immer mehr Länder wie Venezuela oder Bolivien die Ausbeutung ihrer Reserven an Staatsunternehmen, was den privaten Gesellschaften den Abbau neuer Vorkommen erschwert.

Während einige Analysten dennoch in den Ölfirmen attraktive Investments sehen, sagt Oliver Plein: "Aus meiner Sicht sollten Anleger in Produkte investieren, die direkt am Ölpreis partizipieren." Der werde wegen der geopolitischen Risiken und der niedrigen freien Kapazitäten weiterhin hoch bleiben. Auch die Rohstoff-Expertin der Deka-Bank, Sandra Ebner, zweifelt nicht an einem längerfristig hohen Ölpreis: "Mittelfristig kann die Angebotsseite nicht mit der Nachfrage Schritt halten."

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