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Trumps anhaltende Kritik an dem Handelsriesen hatte zu Spekulationen geführt, seine Regierung könne ein kartellrechtliches Verfahren gegen das Unternehmen anstreben. Foto: Rich Pedroncelli/AP

Kritik am Handelsriesen

Trump wettert weiter gegen Amazon

Schon länger beklagt Donald Trump sich über Amazon. Er macht den Online-Händler für Verluste bei der amerikanischen Post verantwortlich. Mit seinen Attacken dürfte er aber noch etwas ganz anderes im Sinn haben.

Palm Beach (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat in seiner Kritik am Handelsriesen Amazon nachgelegt. Am Wochenende warf er dem Online-Händler vor, der US-Post USPS massiv zu schaden. Die Behörde verliere durch Amazon Milliardensummen, schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter.

Bei jedem Paket, das die Post für Amazon ausliefere, mache sie im Durchschnitt 1,50 Dollar Verlust. Dieser Betrug müsse aufhören, forderte er. Einen Beleg für diese Zahlen nannte Trump nicht.

Die US-Post schreibt seit Jahren rote Zahlen, was aber vor allem auf das nachlassende Briefgeschäft zurückgeht. Der Paketversand beschert der unabhängigen Behörde dagegen Zuwachs.

Amazon nutzt bis zur "letzten Meile" eine eigene Versand-Infrastruktur und lässt nur die Übergabe an den Kunden von USPS besorgen. Der Versandhändler hat eine Vereinbarung mit der Postbehörde; die genauen Details des Deals sind aber nicht bekannt.

Trump hatte schon in den Tagen zuvor gegen den Online-Händler ausgeteilt. Beobachter sehen diese Angriffe als Teil seiner persönlichen Fehde mit Konzernchef Jeff Bezos. Dieser ist auch Inhaber der Trump-kritischen Zeitung "Washington Post", deren Berichterstattung dem Präsidenten oft ein Dorn im Auge ist.

Tatsächlich stellte Trump in seinen Twitternachrichten am Samstag einen direkten Bezug zu der Zeitung her. Er behauptete, Amazon würde die "Washington Post" als Lobbyorgan nutzen. Das Blatt müsse sich deshalb als Lobbyist registrieren. Bezos ist zwar Inhaber der Zeitung, diese ist aber unabhängig von Amazon.

Trumps anhaltende Kritik an dem Handelsriesen hatte zu Spekulationen geführt, seine Regierung könne ein kartellrechtliches Verfahren gegen das Unternehmen anstreben. Das Weiße Haus scheint aber bislang keine konkreten Schritte vorzubereiten. Die stellvertretende Sprecherin Lindsay Walters sagte am Donnerstag, es gebe derzeit keine Maßnahmen. Wegen der Spekulationen war der Börsenwert von Amazon in der vergangenen Woche zeitweise eingebrochen.

Nach Expertenansicht haben Amazon und andere Online-Händler einen riesigen Einfluss auf den Einzelhandel in den USA. Studien gehen davon aus, dass in diesem Jahr 8000 Läden schließen müssen. Zuletzt hatte der Spielzeug- und Kinderausstattungshändler Toys R Us Insolvenz anmelden müssen und die Schließung von 800 Filialen angekündigt - Amazon ist ein direkter Wettbewerber.

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