Die Tücken der Lastschrift: Kontoauszüge gut kontrollieren

- Kontoauszüge bergen oft ärgerliche Überraschungen: 6,14 Euro berechnete die Deutsche Bank einem Studenten. Der Grund: "Kosten für Lastschrift-Rückgabe mangels Deckung". Weil das Konto überzogen war, wurde eine Lastschrift nicht eingelöst. Verbraucherschützer halten solche Strafgebühren für unrechtmäßig. Trotzdem sind sie kein Einzelfall.

<P>Auch bei gedecktem Konto können Bankkunden böse Überraschungen erleben. Wer seine Kontoauszüge nicht regelmäßig kontrolliert, hat oft keinen Anspruch, unberechtigt abgebuchtes Geld zurück zu bekommen.</P><P>Bereits 1997 hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in einem Urteil Gebühren für nicht eingelöste Lastschriften für unzulässig erklärt. Nicht statthaft sind demnach Gebühren sowohl bei nicht eingelösten Lastschriften als auch bei Daueraufträgen, Schecks und Überweisungen. Auch die daraufhin von einigen Banken eingeführten Benachrichtigungsentgelte erklärten die Richter 2001 für unrechtmäßig. "Viele Bankinstitute versuchen nun, die BGH-Rechtsprechung zu umgehen, indem sie die Gebühr "Schadenersatzpauschale" nennen. Unserer Auffassung nach ist auch das unzulässig", sagt Maren Geisler, Bankenexpertin beim Verbraucherzentrale-Bundesverband.</P><P>Zwischen 5 und 7,50 Euro liegen die Gebühren ihrer Erfahrung nach. "Das ist ganz schön frech. Zumal die Entgelte oft nicht einmal im Preisverzeichnis der Institute stehen", sagt Geisler. Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich jeden Monat 10 bis 20 Beschwerden von Kunden, denen die Hausbank eine Gebühr für die Rücklastschrift berechnet.</P><P>"Betroffene Kunden sollten sich an die Verbraucherzentrale ihres Bundeslandes wenden. Dort liegen Musterbriefe bereit. Oft gehen die Banken darauf ein und zahlen die Gebühr zurück", sagt Geisler. In manchen Fällen könnten die Verbraucherschützer auch eine Abmahnung erwirken. Andernfalls bleibe nur der Klageweg.</P><P>"Bisher ist noch jedes Institut eingeknickt, wenn wir mit einem Gerichtsverfahren gedroht haben", sagt Hartmut Strube, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Strube rechnet daher mit guten Chancen, wenn Kunden versuchen, die Gebühren zurückzuverlangen.</P><P>Die Banken selbst sehen sich mit den Gebühren im Recht: "Die deutschen Banken richten sich nach der BGH-Rechtsprechung", sagt Cornelia Schulz, Sprecherin des Spitzenverbands.</P><P>Die Berechnung von Schadenersatzpauschalen hält der Branchenverband für rechtmäßig: "Wir fordern nur Schadenersatz für uns entstandene Kosten", sagt auch Markus Block (Deutsche Bank). Eine Gebühr sei dies nicht. Keine Gebühren erheben nach eigenen Angaben die Postbank sowie die Volks-und Raiffeisenbanken.</P><P>Doch auch wenn das Konto immer gedeckt ist, können Bankkunden Nachteile durch Lastschriften drohen. Ob eine Lastschrift berechtigt ist, prüft die Bank nämlich nicht. Hat das Institut Geld abgebucht, obwohl der Kunde keinen Auftrag dazu erteilt hat, kann er die Lastschrift bei seiner Bank zurückgeben und damit den Betrag zurück verlangen. Seit vergangenem Jahr nun gelten neue Allgemeine Geschäftsbedingungen der Banken: Danach muss der Kunde innerhalb von sechs Wochen Widerspruch gegen die unberechtigten Lastschriften einlegen. Ansonsten bekommt er sein Geld im Zweifel nicht zurück.<BR></P>

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