TÜV: Neun Millionen Autos mit großen Mängeln auf der Straße

- Berlin/München - Ein eigenes Auto: Für junge Leute ist es nur selten ein Neuwagen. Nur ein Gebrauchter ist finanzierbar. "Das Risiko, beim Gebrauchtwagenkauf eine Niete zu ziehen, war noch nie so groß", lautet das Fazit von Rainer Strang nach dem Testergebnis des TÜV-Reports.

Mehr als 7,6 Millionen Hauptuntersuchungen wurden für den TÜV-Report ausgewertet. Die Stärken und Schwächen von 185 Fahrzeugtypen werden aufgelistet. Ein "trauriger Rekord" gibt TÜV-Geschäftsführer Klaus Brüggemann Anlass zur Sorge: Fast neun Millionen Fahrzeuge, knapp ein Fünftel des Gesamtbestandes, seien mit "erheblichen Mängeln" auf Deutschlands Straßen unterwegs. Defekte Bremsen und Achsen zählen zu den häufigsten Schwachstellen.

Autos in Bayern hätten im gesamtdeutschen Vergleich weniger Mängel bei der TÜV-Hauptuntersuchung: Fast 85 Prozent aller bayerischen Autofahrer bekommen die TÜV-Plakette auf Anhieb, nachdem keine oder nur geringe Mängel an ihren Autos festgestellt wurden.

Etwas über 15 Prozent der bayerischen Autos erhalten zunächst keine Plakette, bundesweit fallen 18,9 Prozent durch.

Die allerwenigsten Bremsprobleme hätten die Münchner Autofahrer. "Es ist nun mal so, dass in der Stadt mehr gebremst wird", sagt Franz Billinger vom TÜV Süddeutschland. Bremsen, die wenig benutzt werden, leiden. Zudem führe häufiges Bremsen zu einem höheren Verschleiß, weswegen die Bremsen wiederum öfters gewartet würden.

Die meisten Autos ohne Mängel gibt es laut Billinger in Ingolstadt und etwas abgeschwächt in Dingolfing. Das liege daran, dass sich viele Werksangehörige von Audi und BMW neue Wagen leisten könnten.

Für "dramatisch" hält TÜV-Tester Strang vor allem eine Erkenntnis: "Je älter unsere Autos werden, umso schlechter ist es um sie bestellt." Wegen ihres Preises sind diese Modelle gerade für junge Fahranfänger interessant - eine Risikogruppe, die laut Strang "besonders oft in Verkehrsunfälle verwickelt ist".

Die bis zu elf Jahre alten Autos weisen in 27,6 Prozent der Fälle große Mängel auf. 22,7 Prozent sind es bei den bis zu Neunjährigen.

Strang lässt keinen Zweifel daran, wer für die Defizite verantwortlich ist: "Unser Appell geht an die Fahrzeughalter." Es gebe keine Hinweise auf eine Zunahme konstruktionsbedingter Probleme. In mangelnder Pflege und Wartung sowie "schlecht ausgeführten Do-it-yourself-Reparaturen" sehen die Prüfer wesentliche Gründe für Mängel.

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