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Tui erwartet auch für das nächste eine Umsatzsteigerung.

Tui bleibt in der Gewinnzone

Hannover - Die politischen Unruhen in Nordafrika und die Dauerkrise in Griechenland haben Europas größtem Reisekonzern die Bilanz nicht verhageln können. Wie es 2012 weitergeht, ist ungewiss

Die wachsende Reiselust in Europa hat dem größten Touristikkonzern Tui trotz Belastungen durch Krisen und politische Unruhen die Bilanz gerettet. Unterm Strich konnte der Konzern seinen Gewinn insgesamt sogar noch leicht steigern - um vier Prozent auf 118,2 Millionen Euro. Tui legte am Mittwoch in Hannover seine Zahlen für das am 30. September abgelaufene Geschäftsjahr 2010/11 vor. “Wir haben bewiesen, dass unser Geschäftsmodell auch in schwierigen Zeiten robust ist“, sagte Vorstandschef Michael Frenzel.

Ein Blick ins nächste Reisejahr sei angesichts der massiven Vertrauenskrise in Europa mit hohen Unsicherheiten behaftet, sagte Frenzel. Tui setze aber wie internationale Tourismusorganisationen darauf, dass das Grundbedürfnis nach Reisen und Urlaub gerade in Krisenzeiten nicht nachlässt. Für 2011/12 erwartet Tui sowohl beim Umsatz wie beim operativen Ergebnis eine leichte Steigerung.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr profitierte Tui vom Reiseboom vor allem in der Sommersaison und einer zunehmenden Lust der Urlauber auf Luxus und Exklusivität. Der Konzernumsatz stieg um sieben Prozent auf 17,5 Milliarden Euro. Und viele Urlauber ließen sich ihre Ferien auch mehr kosten. Die Gästezahl im wichtigsten Geschäftsfeld Pauschalreisen nahm um vier Prozent auf 20 Millionen zu. “Das positive Ergebnis kommt aus der Touristik“, sagte Frenzel.

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Durch die Nordafrika-Krise haben sich dennoch viele Urlauber von Reisen in die beliebten Länder Tunesien und Ägypten abschrecken lassen - vor allem in Frankreich, wo diese Ziele traditionell sehr gefragt sind. Das französische Veranstaltergeschäft steht auch deshalb vor einem Umbau. Ebenso wie bei Tui Deutschland stehen dort hunderte Jobs auf dem Spiel. Die Veranstalter rüsten sich für eine Ausweitung der Online-Buchungen und erhöhen den Automatisierungsgrad. Durch die Unruhen in der Region Nordafrika verbuchte Tui insgesamt 83 Millionen Euro Belastungen.

Aus der Schifffahrtsparte musste der Konzern ebenfalls Belastungen verkraften. Die Noch-Beteiligung an der Container-Reederei Hapag-Lloyd, die Tui im nächsten Jahr abstoßen will, brachte dem Konzern zwei Millionen Euro Verlust. Im vergangenen Jahr hatte die Reederei noch einen Gewinn von 150 Millionen zum Ergebnis beigesteuert und hatte den Konzern damit vor roten Zahlen bewahrt.

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Frenzel nannte es eine “Kernaufgabe im Jahr 2012“, den endgültigen Ausstieg aus der Container-Schifffahrt zu vollziehen. Erst am Dienstag hatten Tui-Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, dass die Tui ihre Ausstiegsoption für die Hapag-Beteiligung zieht. Frenzel sagte, von dem Restanteil der Tui von 38,4 Prozent an der Reederei seien 33,3 Prozent einem Hamburger Eignerkonsortium, das bereits die Mehrheit hält, angedient worden. Der Konzernchef will einen reinen Reisekonzern schaffen und in der Touristik expandieren. Zu seinen Erwartungen an einen Verkaufspreis machte er keine Angaben.

Mit dem Erlös aus dem Hapag-Verkauf sollen die Schulden weiter reduziert werden, die im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits um 1,5 Milliarden auf 800 Millionen Euro gesenkt worden seien. In der Touristik will Tui Wachstumschancen nutzen. Dafür gebe es mehrere Möglichkeiten, sagte Frenzel und nannte den Ausbau lukrativer Hotelbeteiligungen, die Kreuzfahrtsparte und die aufstrebenden Schwellenländer. In China hatte Tui als erster und bisher einziger europäischer Touristikkonzern die Lizenz erhalten, für chinesische Urlauber Auslandsreisen zu organisieren.

dpa

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