"Tui dürfte das Rennen gewinnen"

- Frankfurt - Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Tui und Puma um einen begehrten Platz in der ersten Börsenliga geht in den Schlussspurt. Dienstagabend wird die entscheidende Rangliste der wichtigsten deutschen Aktienunternehmen feststehen. Am Freitag wird die Deutsche Börse die künftige Zusammensetzung des Dax verkünden. Experten sind sich aber jetzt schon sicher, dass der Tourismuskonzern Tui bei der Jahres-Prüfung seinen Platz verteidigen kann.

<P>Erstmals wird bei der Überprüfung des 30 Werte umfassenden Dax ein festes, mathematisches Regelwerk über Auf- und Absteiger in der ersten Börsenliga entscheiden. Früher hatten ein Arbeitskreis und der Vorstand der Deutschen Börse entschieden - und sich dabei auch immer einen Ermessensspielraum frei gelassen. Jetzt sollen nur noch die nackten Zahlen der letzten 20 Handelstage im August den Ausschlag geben.</P><P>"Puma erfüllt zwar alle Kriterien für einen Aufstieg, Bedingung ist dafür aber auch, dass Tui seinen Platz im Dax frei machen muss", heißt es im Börsendienst der Volks- und Raiffeisenbanken. Denn nach den im März von der Deutschen Börse veröffentlichten Regeln wird entscheidend sein, ob Tui in der Rangliste der Marktkapitalisierung zumindest einen rettenden 35. Platz erreicht. "Die Tui hat ihren Kopf noch mal aus der Schlinge gezogen", meint auch Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg.</P><P>Der Vorteil der festen Regeln liegt auf der Hand: Spekulationen über die künftige Dax-Zusammensetzung werden eingedämmt, da nicht mehr der schwer berechenbare Faktor Mensch berücksichtigt werden muss. Andererseits werden "weiche Kriterien", wie etwa eine gute Durchmischung der verschiedenen Branchen im Index, keine Rolle mehr spielen. Tatsächlich allerdings hatten die weichen Kriterien auch in der Vergangenheit kaum ein Gewicht. Und eine kleine Hintertür lässt sich die Börse weiter offen etwa für den Fall, dass ein Unternehmen über Nacht Pleite geht. Während sich beim Dax keine Änderung abzeichnet, kommt in den M-Dax Bewegung. Bei diesen 50 mittelgroßen Werten wird die Deutsche Börse weiter selbst entscheiden. Als Kandidaten für den Aufstieg gelten vor allem die beiden Börsenneulinge Deutsche Postbank und Wincor Nixdorf, die beide erst in diesem Jahr den Sprung auf das Parkett gewagt hatten. Relativ sicherer Absteiger ist Wella, da der Haarkosmetik-Spezialist mehrheitlich von Procter & Gamble übernommen worden war.</P>

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