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"Es geht darum, unsere Kräfte zu bündeln", so ein Tui-Sprecher . Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Tui will seine Airlines stärker bündeln

Hannover (dpa) - Der weltgrößte Reisekonzern Tui prüft nach erfolgter Komplettfusion mit der britischen Tochter Tui Travel eine stärkere Verzahnung von fünf seiner sechs Airlines.

Betroffen ist auch Deutschlands viertgrößte Fluggesellschaft, der Ferienflieger TuiFly mit Sitz in Hannover. "Es geht darum, unsere Kräfte zu bündeln", erklärte ein Tui-Sprecher am Mittwoch. Im Rahmen des Restrukturierungsprogramms "One Aviation" würden mehrere Modelle geprüft. Dabei gehe es etwa um Überschneidungen beim Kerosineinkauf oder dem Flottenmanagement. Eine Entscheidung stehe aber noch nicht an.

Unter den Beschäftigten in Hannover hätten die Planungen Sorge vor einem möglichen Stellenabbau ausgelöst, sagte Konzernbetriebsratschef Frank Jacobi. Auch er betonte jedoch, dass es bisher noch keine konkreten Beschlüsse gebe. Die "Neue Presse" (Hannover) hatte am Mittwoch berichtet, dass die Flugzentrale der TuiFly nach London verlagert werden könnte und so 800 Jobs am Airport in Gefahr seien.

Bereits im vergangenen März hatte Tui-Chef Friedrich Joussen in einem Interview der "Wirtschaftswoche" Änderungspläne angedeutet: Es stelle sich die Frage nach dem Sinn einer Vielzahl von Airlines unter einem Dach. Die in Hannover ansässige TuiFly hat zur Zeit rund 2400 Mitarbeiter: 1150 Flugbegleiter, 700 Beschäftigte beim Bodenpersonal sowie etwa 550 Piloten. Die Flotte besteht aus 40 Jets, von denen 14 mitsamt Besatzung an Air Berlin vermietet worden sind.

Sie war erst im Vorjahr nach Umsetzung des Sparprogramms "Max Thrust" ("voller Schub") um zwei Maschinen aufgestockt worden. TuiFly ist vor allem auf Mittelstrecken konzentriert, während die britische Thomson überwiegend die Langstrecken bedient. Insgesamt verfügt der Tui-Konzern mit seinen 77 000 Mitarbeitern im Fluggeschäft bei den konzerneigenen Airlines Tuifly Deutschland, Thomson Airways, TuiFly Nordic, Jetairfly sowie ArkeFly über 140 Flugzeuge. Die französische TUI-Fluglinie Corsair spielt bei den Plänen bisher keine Rolle.

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