Urlaub

Was tun, wenn die Reisekasse weg ist?

München - Im Urlaub plötzlich ohne Geld dazustehen, ist äußerst unangenehm. Damit Diebstahl oder Verlust von Ausweis und Zahlungskarten keine teuren Konsequenzen nach sich ziehen, gilt es schnell zu handeln.

Karten sperren

„Am wichtigsten ist, sofort alle Bank- und Kreditkarten telefonisch sperren zu lassen“, sagt Eva Raabe, Beraterin bei der Verbraucherzentrale Hessen. „Dafür müssen Bankkunden ihre Kontonummer und Bankleitzahl bereithalten. Es empfiehlt sich, diese Daten separat vom Geldbeutel aufzuheben.“ Für Schäden, die nach der Kartensperre erfolgen, haftet die Bank und nicht mehr der Kunde. Um den Sperr-Anruf im Zweifelsfall beweisen zu können, rät Raabe, den Namen des Mitarbeiters und die Uhrzeit des Gesprächs zu notieren. Noch besser sei, wenn ein Zeuge während des Telefonats anwesend ist.

Unter der zentralen Sperrnummer (0049) 116 116 können die meisten Kredit- und Bankkarten gesperrt werden. Falls das eigene Kreditinstitut nur über eine eigene Sperrnummer arbeitet, so sollte man diese vor Reisebeginn notieren.

Auch die Krankenkasse, Bibliotheken, Fitnesscenter und alle anderen Unternehmen, von denen man Kundenkarten besitzt, sollte man informieren. Je nach Vertragsregelungen müssen die Kunden sonst für entstandene Schäden haften.

Anzeige erstatten

Zusätzlich muss man den Verlust des Geldbeutels bei der Polizei melden und Anzeige gegen unbekannt erstatten. Viele Banken, Versicherungen und Kartenherausgeber wollen diese Anzeige sehen, bevor sie entstandene Schäden regulieren. Auch neue Ausweispapiere und den Führerschein gibt es nur nach Vorlage der Anzeige – sofern die Papiere gestohlen wurden. In Touristen-Regionen gibt es oft speziell geschulte Polizeibeamte mit Fremdsprachenkenntnissen.

Weg zur Botschaft

Sind die Ausweispapiere weg, sollte der nächste Weg zur deutschen Botschaft oder dem deutschen Konsulat führen. Diese sind ermächtigt, einen „Reiseausweis als Passersatz zur Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland“ auszustellen. Dies geht schneller, wenn die Reisenden Fotokopien aller verloren gegangenen Ausweispapiere vorlegen können.

Kfz-Papiere, Führerschein und Personalausweis können jedoch nur die Heimatbehörden ersetzen. Für die Rückreise ist eine Verlustbescheinigung für die Polizei in der Regel ausreichend.

Reiseleitung hilft

Reisende, die im Urlaub ausgeraubt werden und über keinen Notgroschen im Hotelsafe verfügen, haben mehrere Möglichkeiten, wieder an Geld zu kommen. Wer mit einem Reiseveranstalter unterwegs ist, wendet sich am besten an die Reiseleitung. In der Regel können Angehörige oder Freunde Geld auf ein Konto des Reiseveranstalters überweisen. Die Reiseleitung vor Ort zahlt das Geld dann wiederum an den Reisenden in bar aus.

Online-Überweisung

Die Finanzdienstleister Western Union und Moneygram ermöglichen weltweite Überweisungen innerhalb weniger Minuten. Das Geld wird dann bei der vorher verabredeten Stelle abgeholt. Eine Onlineüberweisung von 300 Euro nach Spanien kostet bei Western Union 23 Euro und bei Moneygram 26,50 Euro.

VON Caroline Benzel

Rubriklistenbild: © dpa

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