Turbulenzen an den Börsen: Das Depot gegen Verluste absichern

München - Das Auf und Ab an den Finanzmärkten setzt den Aktionären weltweit zu. Nach den Kursrückgängen bedauerte so mancher, seine Dividendentitel nicht verkauft zu haben. Zu einer erfolgreichen Investmentstrategie gehört es, Gewinnchancen zu nutzen und Verluste zu begrenzen. Doch wie lässt sich das am besten umsetzen?

Eine gute Basis, das Wertpapierdepot gegen größere Rückschläge abzusichern, ist, sein Vermögen auf unterschiedliche Anlageformen aufzuteilen. In der Fachsprache heißt diese Strategie Diversifikation oder Asset Allocation. Neben Aktien gehören zu einer optimalen Depotstruktur auch Anleihen, Geldmarktpapiere, Immobilien, Rohstoffe oder Edelmetalle. Die Aufteilung sollte nach persönlicher Risikoneigung und aktueller Marktlage erfolgen.

Zur Diversifikation ist auch eine Streuung innerhalb der Anlageklassen wichtig. Wer Dividendentitel hat, sollte nicht alles auf ein Pferd setzen, sondern mehrere Einzeltitel aus verschiedenen Branchen wählen. Das Einzelwertrisiko lässt sich auch mit breit gefassten Aktienfonds gut umgehen.

Zur Depotabsicherung selbst gibt es eine Vielzahl von Wertpapieren, die bei fallenden Kursen steigen. Da diese Instrumente aber häufig teuer sind und ein erhebliches Risiko beinhalten, eignen sie sich nur für wenige spekulative Anleger. Eine sehr gute Möglichkeit, Verluste im Depot zu begrenzen, ist der Einsatz sogenannter Stop-Loss-Orders.

Der Anleger legt bei einem solchen Auftrag einen Kurs unterhalb der aktuellen Notierung fest, bei dessen Erreichen automatisch ein Verkaufsauftrag ausgelöst wird. Sinnvoll ist es, das gleich beim Erwerb einer Aktie zu tun. Wer etwa eine Aktie zum Kurs von 100 Euro kauft und möglichst nur zehn Prozent Verlust riskieren will, setzt die Stop-Marke bei 90 Euro.

Bei welchem Kurs der Anleger Untergrenzen setzen sollte, hängt von der Risikobereitschaft und der Schwankungsbreite des Titels ab. Auch die aktuelle Marktverfassung spielt eine Rolle. Derzeit ist es ratsam, etwas großzügigere Abschläge vorzunehmen. Für das Stop-Limit kann sich der Anleger auch an der Charttechnik orientieren und beispielsweise an bisherigen Tiefständen oder an einem gleitenden Durchschnitt orientieren.

Stop-Loss-Order schützen nicht nur vor größeren Verlusten, sondern helfen auch bei der Absicherung von bereits erreichten Kurszuwächsen. Wer Gewinne ohne größere Risiken "laufen" lassen will, hebt im Falle eines Aufwärtstrends seiner Aktie das Stop-Limit einfach auf ein höheres Niveau an. Ist der Kurs der für 100 Euro gekauften Aktie beispielsweise bereits auf 120 Euro gestiegen, könnte der Stop-Kurs nun bei 102 Euro festgelegt werden.

Im Falle eines Abwärtstrends schützt das automatische Auslösen eines Verkaufsauftrags vor der Versuchung, an verlustträchtigen Aktien zu lange festzuhalten. Folgendes Zahlenbeispiel verdeutlicht, wie wichtig es ist, bei einem starken Kursrückgang rechtzeitig auszusteigen: Eine Aktie, die zehn Prozent ihres Wertes verliert, muss elf Prozent steigen, um ihren Anfangskurs wieder zu erreichen - das ist realistisch. Hat eine Aktie aber erst einmal 50 Prozent verloren, müsste sie später zum Erreichen ihres Ausgangsniveaus um 100 Prozent zulegen (siehe Tabelle). Solche starken Kurserholungen sind aber die Ausnahme.

Ganz ausschalten lassen sich Risiken zwar auch durch Stop-Loss-Orders nicht: Im Falle einer schnellen und starken Abwärtsbewegung innerhalb eines Tages ist damit zu rechnen, dass der Kurs bei stark schwankenden Aktien ausgerechnet kurz nach dem automatischen Auslösen der Verkaufsorder wieder nach oben schießt.

Fazit: Aktien bergen neben der Chance auf Kursgewinne auch ein Kursrisiko. Dieses lässt sich zwar nicht vermeiden, aber mit der richtigen Vermögensaufteilung und dem kontinuierlichen Setzen von Stop-Loss-Aufträgen deutlich reduzieren.

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