Tutzinger Millionenklage abgewiesen

- Tutzing/Leipzig - In einem seit Jahren schwelenden Streit mit einem bayerischen Unternehmen hat die Landesbank Sachsen am Freitag einen Sieg errungen. Die sechste Zivilkammer des Landgerichts Leipzig hat eine über 140 Millionen Euro lautende Schadenersatzklage der in Tutzing am Starnberger See ansässigen Industrie- und Immobilien-Leasing GmbH (IIL) gegen die Landesbank abgewiesen.

Der Tutzinger Geschäftsmann Ludwig Hausbacher hatte im Jahr 2000 gemeinsam mit der Landesbank eine Leasinggesellschaft namens Mitteldeutsche Leasing AG (MDL) gegründet und in diese Kunden seiner bayerischen Gesellschaft IIL eingebracht.

Doch bald fühlten sich die Tutzinger von ihren sächsischen Partnern hintergangen. Langwierige Querelen folgten. Hausbacher verlor sein Amt als MDL-Vorstandssprecher. In seiner Nachfolgerin Andrea Braun, die von der Sachsen-LB eingesetzt wurde, sah er eine Hauptverantwortliche für Geschäftsverschlechterungen, gemeinsam mit dem damaligen Landesbank-Chef Michael Weiss und dem früheren Vorstand Rainer Fuchs, die beide inzwischen - wie auch Andrea Braun - aus ihren Ämtern geschieden sind.

Hausbacher forderte Ausgleich für den Wertverlust. Doch für den Vorsitzenden der Zivilkammer, Karl Schreiner, waren all die Vorwürfe nicht ausreichend nachgewiesen. Wie es nun weitergeht, ist vorerst offen. Hausbachers Sprecher Andreas Waldow hat sich dazu nach Meldungen aus Leipzig in einer ersten Stellungnahme nicht konkret geäußert: Man werde erst einmal die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und diese genau studieren.

Sehr zufrieden hat sich erwartungsgemäß die Sachsen-LB gezeigt. Sie sehe sich grundsätzlich in ihrer Rechtsauffassung bestätigt, sagte eine Sprecherin. Auch die Bank will jedoch erst nach Vorlage der Urteilsbegründung eine abschließende Bewertung abgeben.

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