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TV-Hersteller Loewe streicht rund 190 Stellen

Kronach - Absatzschwäche und der harte Preiswettbewerb bei LCD-Fernsehern setzen Loewe schon seit Jahren zu - mit einer Rotstiftaktion hofft der Vorstand jetzt auf einen Befreiungsschlag.

Der schwächelnde Fernsehhersteller Loewe will mit einem Stellenabbau Kosten sparen und damit seine rasante Talfahrt stoppen. Insgesamt sollten 190 Arbeitsplätze wegfallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag am Firmensitz Kronach mit. Am Jahresende 2011 hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben noch 1022 Mitarbeiter beschäftigt. Auch bei Sachkosten will der Vorstand den Rotstift ansetzen, ohne Details zu nennen.

Zur Begründung verwies der TV-Hersteller auf die sinkenden Absatzzahlen. Dies und der verstärkte Einkauf von Bauteilen aus dem Billiglohnland China machten einen solchen Schritt unumgänglich, betonte das Unternehmen. Das Unternehmen hatte erst unlängst angekündigt noch in diesem Jahr zwei Tochtergesellschaften in China zu gründen; diese sollten Einkaufsvorteile in China nutzen.

Der Stellenabbau ist Teil eines Restrukturierungskonzepts, mit dem der traditionsreiche Konzern wieder auf Kurs gebracht werden soll. Dazu gehört nach Vorstandsangaben auch eine Vertriebsoffensive, mit der Loewe Marktanteile in Zentraleuropa zurückerobern will. Dazu habe das Unternehmen beispielsweise Partnerschaften mit dem Fachhandel vereinbart. Außerdem will Loewe in die Wachstumsmärkte in Russland und Indien vorstoßen.

Loewe leidet seit Jahren unter Absatz- und Umsatzeinbrüchen, die sich in diesem Jahr noch einmal verstärkt haben. Allein für dieses Jahr rechnet der TV-Hersteller mit einem Umsatzrückgang von rund 20 Millionen Euro und einem ähnlichen hohen Verlust. Angesichts der Rezession in vielen Ländern hat Loewe seit längerem zu kämpfen.

Europaweit ging der Umsatz mit LCD-Fernsehern um 7 Prozent seit Jahresbeginn zurück. Im dritten Quartal schrumpfte der LCD-Markt auch auf Loewes wichtigsten Markt Deutschland um 7 Prozent. Der Konzern sieht sich selbst als Premiumanbieter, der sich mit teuren Geräten von Massenherstellern wie Samsung abgrenzen will. Diese Hersteller liefern sich einen harten Preiskampf, bei dem Firmen wie Loewe nicht mithalten können.

Zudem muss der traditionsreiche Konzern den Abgang von Vorstandschef Oliver Seidl verkraften. Der Manager wechselt als Finanzchef zur ebenfalls mit Ertragsproblemen kämpfenden Media-Saturn-Gruppe. Seinen Nachfolger, den bisherigen Geschäftsführer des baden-württemberischen Waagenherstellers Bizerba, Matthias Harsch, erwarten große Aufgaben.

dpa

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