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Schnelles Internet per Fernsehkabel soll bisher unerschlossene Gebiete ans Breitbandnetz anbinden.

TV-Kabel bringt schnelles Internet

Bonn - Die Fernsehkabelnetze könnten bei einer möglichst vollständigen Versorgung der Bundesbürger mit schnellen Internetzugängen in den nächsten Jahren eine deutlich größere Rolle spielen als bisher.

Nach der Breitbandstrategie der Bundesregierung sollten bis 2014 bereits 75 Prozent der Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde haben, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur DAPD. Mit der bisher in Deutschland dominierenden DSL-Technik könnte das schwierig werden.

Die Telekom hat bisher die schnelle VDSL-Technik, eine Kombination aus Glasfaser und Kupferkabel, in mehr als 50 Städten installiert. Diese sollen maximal 50 Megabit pro Sekunde leisten, dürften sich aber nur allmählich flächendeckend ausbauen lassen.

Andere Möglichkeiten mit eventuell noch höheren Geschwindigkeiten liegen in der kommenden Mobilfunktechnik LTE und in der sehr aufwendigen Verlegung von Glasfasern bis in die Wohnung der Kunden. Beides ist aber noch Zukunftsmusik. Näher läge die Verwendung der TV-Kabel, was allerdings in weiten Regionen noch von einer Aufrüstung der Netze durch die großen Betreiber Kabel Deutschland, die inzwischen vom US-Medienkonzern Liberty Global übernommene Unitymedia und Kabel BW abhängt.

Kurth weist darauf hin, dass mit dem Fernsehkabel schon heute 60 Prozent der Haushalte erreichbar sind. Zugänge mit 32 Megabit pro Sekunde werden schon recht verbreitet angeboten. Ein Betreiber wirbt seit kurzem sogar mit rasend schnellen 120 Megabit pro Sekunde.

Fernsehkabel erreicht 24 Millionen Haushalte

“Wir dürfen uns nicht nur auf VDSL, LTE und Glasfaser bis ins Haus konzentrieren“, sagt Kurth. Derzeit gebe es etwa 2,4 Millionen Breitbandkunden per TV-Kabel. “Die könnten aber 24 Millionen Haushalte erreichen. Wenn die Investoren mit der entsprechenden Kraftanstrengung auf 100 Megabit aufrüsten, hätten sie sogar zumindest zeitweise einen Vorsprung“, erklärte der Regulierer.

“Wenn wir den intermodalen Wettbewerb in Deutschland beleben, werden Telekom und andere TK-Anbieter nachziehen müssen. Letztlich wird der Kunde nicht nur über den Preis entscheiden, sondern auch über die Qualität.“ Beim intermodalen Wettbewerb - also der Konkurrenz zwischen DSL, Mobilfunk und TV-Kabel - habe Deutschland Nachholbedarf, sagte Kurth. “Wir haben jetzt 24 Millionen Breitbandanschlüsse und davon nur 2,4 Millionen über Fernsehkabel. In anderen Ländern ist das Verhältnis fast halbe-halbe. Die Wettbewerbssituation ist offen. Wenn wir es von der Regulierung her richtig machen, können wir den Infrastrukturausbau erheblich beschleunigen.“

APD

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