TV-Vergnügen ohne Unterbrechung

München - Längst können moderne DVD-Player weitaus mehr als nur Filme abspielen. Doch was die Crème de la Crème des heimischen Filmvergnügens - die sogenannten Festplatten-DVD-Rekorder - den herkömmlichen Videorekordern wirklich voraushaben, testete Stiftung Warentest.

Ein "gutes Bild" liefern von den zwölf getesteten DVD-Rekordern nur sieben Modelle. Wer obendrein noch einen akzeptablen Stromverbrauch sowie eine brauchbare Tonqualität haben möchte, der hat nurmehr zwischen fünf Rekordern die Qual der Wahl. Dennoch gibt es einige Faktoren, die dafür sprechen, den alten Videorekorder auszumisten und sich einen der DVD-Festplatten-Rekorder ins Wohnzimmer zu stellen.

-Was kann ein DVD-Rekorder, was ein Video-Rekorder nicht kann?

Einiges. Ein DVD-Festplatten-Rekorder kann zunächst einmal alles, was ein Videorekorder und ein DVD-Player kann - Filme aufnehmen und abspielen - und noch viel mehr: Ein Festplatten-Rekorder zeichnet Filme oder Töne auf einer Festplatte digital auf und kann sie auch direkt abspielen. Dadurch entfällt beispielsweise das lästige Zurückspulen wie beim traditionellen Videorekorder. Und auch nach mehrmaligem Abspielen bleibt die Qualität der Daten bzw. Filme auf der Festplatte erhalten.

Wer zudem einen DVD-Brenner in seinem Festplatten-Rekorder hat, kann sich den aufgezeichneten (nicht kopiergeschützten) Film auch gleich auf eine DVD brennen.

Ein weiterer Vorteil des DVD-Festplatten-Rekorders: Im Gegensatz zum herkömmlichen Videorekorder mit seinen Videokassetten hat er eine Aufzeichnungskapazität von bis zu mehreren hundert Stunden - je nach Größe der Festplatte und Komprimierungsrate der Filme.

-Werbung einfach wegschneiden - kein Problem

Endlich keine endlosen Werbeblöcke mehr - mit den modernen DVD-Rekordern lassen sich unliebsame Film-Inhalte von Festplatten und DVD einfach per Schnittfunktion und Fernbedienung löschen - beispielsweise mit der Funktion des zeitversetzten Fernsehens: Einfach die Aufnahme der entsprechenden Sendung einprogrammieren, die Wiedergabe startet dann automatisch kurze Zeit nach Sendebeginn. Der Rekorder zeichnet also weiter auf, während man die Sendung zeitversetzt ansieht. Per "schnellem Vorlauf" kann ein Werbeblock dann einfach übersprungen werden.

-Zeitversetzt fernsehen - die Festplatten-Technologie macht's möglich.

Wer sich Werbeunterbrechung sparen möchte, hat alternativ die Möglichkeit, den auf Festplatte aufgenommenen Film zunächst zu schneiden und erst dann - werbefrei - auf DVD zu brennen. Das Prinzip der Festplatten-DVD-Rekorder ist dabei stets ähnlich: Man startet die sogenannte Schnittfunktion und setzt eine Markierung an Anfang und Ende jedes Werbeblocks. Grundsätzlich kann dies jeder DVD-Rekorder, laut Stiftung Warentest gibt es jedoch gravierende Unterschiede in der Bedienungsfreundlichkeit.

Lohnend ist der ganze Schneide-Aufwand natürlich in erster Linie für die Benutzer, die sich den aufgenommenen Film auch auf DVD brennen wollen. Dabei muss man allerdings, so Stiftung Warentest, mit "Problemen" bei manchen Rekordern rechnen: Dann nämlich, wenn auf Festplatte in höchster Qualität mit maximalem Speicherverbrauch aufgenommen wurde und dies nicht geändert werden kann. Auf eine übliche DVD passt dann allerdings nur eine Stunde - zu wenig für einen Film. Problematisch wurde dies laut Testergebnis bei den Rekordern von Daewoo, Grundig, Samsung und SEG. Bei allen anderen getesteten Modellen kann man die Qualität beim Überspielen auf DVD beliebig variieren, so dass der komplette Film darauf passt.

-Bietet der DVD-Festplatten-Rekorder tatsächlich ein besseres Bild als der Videorekorder?

Ja - insbesondere bei Aufnahmen von internen Empfängern, urteilt Stiftung Warentest. Dann ist die Kopie kaum mehr vom Original zu unterscheiden. Allerdings muss der Nutzer Prioritäten setzen: Denn je länger die Aufnahme eines Films andauert, desto mehr leidet die Qualität. "Bei vier Stunden DVD-Laufzeit wird es kritisch", bilanziert Stiftung Warentest. Danach bringen demnach lediglich die beiden Testsieger von Panasonic ein "gutes" Bild auf den Fernsehschirm. Und wer gar noch mehr Stunden hintereinanderweg auf DVD aufzeichnet, der bekommt bei allen getesteten Geräten "am Ende unscharfe, verwaschene Bilder". Und je größer der Bildschirm insgesamt ist, desto schlechter wird auch die Bildqualität.

-Per DVD-Rekorder Musik hören - geht das auch?

Es geht - laut Stiftung Warentest bei der Mehrzahl der getesteten DVD-Rekorder "sehr gut" (Ausnahme: SEG "befriedigend", Quelle, Samsung und Daewoo "gut").

Trotz alledem dürften Musikliebhaber den gewohnten Bedienungskomfort der heimischen Stereoanlage vermissen - etwa die direkte Anspielfunktion von Liedtiteln oder die Musikauswahl.

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