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Die “Operation Twist“ der US-Notenbank Fed stößt bei Ökonomen und an den Märkten auf wenig Begeisterung.

"Twist" der US-Notenbank sorgt für Verluste

Washington - Die "Operation Twist" der US-Notenbank erregt Unmut bei Ökonomen, Finanzexperten und vor allem an den Börsen: Die Aktienmärkte reagierten mit starken Kursverlusten.

Die “Operation Twist“ der US-Notenbank Fed stößt bei Ökonomen und an den Märkten auf wenig Begeisterung. Volkswirte bezweifeln die konjunkturstützende Wirkung der jüngsten Fed-Beschlüsse vom Mittwoch.

Und die Aktienmärkte reagierten am Donnerstag mit starken Kursverlusten. Dazu trug die Aussage der Fed bei, dass die “Abwärtsrisiken“ für den wirtschaftlichen Ausblick “signifikant“ gestiegen seien. Trotz der Zweifel an der Wirksamkeit der neuen unkonventionellen Maßnahmen der Fed, erwarten Beobachter weitere Stützungsmaßnahmen.

Die US-Notenbank hatte am Mittwochabend bekanntgegeben, dass sie eine Maßnahme aus den 60er Jahren wiederholen wird. Sie werde bis Mitte kommenden Jahres 400 Milliarden US-Dollar in die Hand nehmen, um lang laufende Anleihen zu erwerben, teilte die Fed am Mittwochabend mit. Parallel sollen aus den Beständen der Fed kurz laufende Treasuries mit Laufzeiten unter drei Jahren verkauft werden. Damit sollen langfristig Kredite tendenziell billiger werden.

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Viele Ökonomen bezweifeln jedoch ob durch den Anleihentausch tatsächlich die Konjunktur gestützt werden kann. Auch drei Mitglieder des geldpoltischen Ausschusses weigerten sich, den “Twist“ mitzutanzen. Nach Einschätzung von Harm Bandholz, US-Chefvolkswirt der UniCredit, werden monetäre Maßnahmen nicht den Arbeitsmarkt und die konjunkturelle Erholung unterstützen. Auch die langfristigen Zinsen dürften durch diese Umschichtung kaum unter Druck geraten.

So hatte eine Studie der regionalen Notenbank von San Francisco ergeben, dass eine ähnliche “Operation Twist“ im Jahr 1961 die Rendite zehnjährige Treasuries um 0,15 Prozentpunkte verrringert hat. Zudem dürfte nach Einschätzung von Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz auch die hohe Verschuldung der privaten Haushalte, die Wirkung der Maßnahme teilweise blockieren. Die Haushalte könnten ihren laufenden Hypothekenkredit nicht in einen günstigeren Kredit mit neuen Konditionen umstellen lassen.

Beobachter erwarten sogar weitere Schritte der US-Notenbank. “Hierfür spricht die Formulierung in der Presseerklärung,dass die Ausschussmitglieder über weitere geldpolitische Optionen der Konjunkturstimulierung diskutierten“, schreibt die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Leitzins wird nicht angetastet

Die Notenbank könnte beispielsweise den Zinssatz für die Überschusseinlagen der Geschäftsbanken senken oder die Beibehaltung der niedrigen Tagesgeldsätze an das Erreichen bestimmter wirtschaftlicher Zielmarken binden. Bereits jetzt hat die Fed signalisiert, dass sie den Leitzins bis Mitte des Jahres 2013 nicht antasten wird. Der Satz liegt weiterhin in einer Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent. Der Leitzins liegt bereits seit über zweieinhalb Jahren auf dem Rekordtief.

Anders als bei der zweimaligen “Quantitativen Lockerung“ (Quantitative Easing), die im von 2008 bis in den Juli dieses Jahres lief, pumpt die Fed diesmal kein neues Geld ins System. Damals hatte sie versucht, mit milliardenschwere Anleihekäufen die damit verbundenen Zinsen zu drücken und mithin die Nachfrage anzukurbeln. Kritiker meinten, sie habe damit den Dollar geschwächt und inflationäre Gefahren heraufbeschworen.

dpa

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