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Joe Kaeser.

Kraftvoll in die Zukunft

tz-Check: Warum Siemens gerade so gut dasteht

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Im dritten Jahr von Joe Kaeser an der Siemens-Konzernspitze läuft es rund – sein Umbau des Industriegiganten trägt Früchte. Die tz erklärt, warum Siemens gerade so gut dasteht und warum US-Präsident Trump den Konzernbossen Sorgenfalten auf die Stirn treibt.

Wie sind die Zahlen, die Kaeser vorgelegt hat? Extrem gut. Sie sind sogar so gut, dass der Konzern gleich seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben hat. Der Umsatz im abgelaufenen Quartal stieg um drei Prozent auf 19,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg gar um 26 Prozent. Dabei ist das Marktumfeld für Investitionsgüterkonzerne eigentlich eher nicht so rosig: Eine schwächelnde Weltkonjunktur, niedrige Ölpreise und die weltweiten politischen Unsicherheiten sorgen dafür, dass die Investitionen zurückgehen. Die Folge: Erzrivale General Electric musste einen Umsatzrückgang um zwei Prozent hinnehmen.

Warum kann Siemens dem Negativtrend trotzen? Mittlerweile zeigt Kaesers Umbau, der zunächst Geld gekostet hatte, Wirkung. Die Konzernstruktur wurde verschlankt, die Ebene der Sektoren gestrichen, außerdem sollte sich der Konzern auf die Bereiche Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung konzentrieren.

Wohin steuert Siemens in Zukunft? Alle Welt redet mittlerweile von der Digitalisierung der Arbeitswelt und der Smart Factory. Siemens hat dieses Thema frühzeitig und energisch besetzt, sodass in diesem Bereich heute kaum ein Weg an dem Münchner Konzern vorbeiführt. Siemens ist Weltmarktführer in Sachen Industrieautomatisierung und Industriesoftware. Die Konkurrenz schläft nicht, General Electric ist ebenfalls in dem Bereich aktiv – außerdem drängen neue Unternehmen aus der US-amerikanischen Tech-Szene auf den Markt. Hier geht es Siemens nicht viel anders als den deutschen Autoherstellern, die sich plötzlich mit völlig neuen Herstellern messen müssen.

Was bereitet Kaeser Sorgen? Die aktuelle Entwicklung in den USA. „Es besorgt uns schon, es besorgt mich persönlich, dass wir Töne hören, die bisher zu unserer Wahrnehmung dieses Landes nicht passten“, so Kaeser. Die USA sind mit etwa 22 Milliarden Dollar (20,4 Milliarden Euro) Jahresumsatz der größte Siemens-Einzelmarkt.Der Konzern betreibt dort über 60 Fabriken und beschäftige rund 50.000 Mitarbeiter. Siemens setzt darauf, dass Trumps Kabinett den Präsidenten einbremsen kann. Kaeser ließ durchblicken, dass man sich auch auf mögliche Auswirkungen von Trumps Politik auf das wichtige US-Geschäft vorbereite. Zugleich mahnte er auch zu Besonnenheit. „Man sollte nicht Besonnenheit mit Unterwürfigkeitsgesten verwechseln“, sagte Kaeser, der selbst mehr als fünf Jahre in den USA tätig war.

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