UBS: Händler verursacht Milliardenverlust

Zürich - Der Schweizer Großbank UBS ist wegen nicht genehmigter Geschäfte eines Händlers ihrer Investmentbank ein Verlust von voraussichtlich rund 1,5 Mrd Euro entstanden. Der Mann (31) befindet sich in Polizeigewahrsam. 

“Es ist möglich, dass UBS deshalb im dritten Quartal 2011 einen Verlust bekanntgeben wird“, teilte die Bank am Donnerstag mit. Die Untersuchung der Vorfälle dauere an, berichtete UBS, ohne nähere Einzelheiten zu nennen.

Kundenpositionen seien von dem Schaden nicht betroffen, hieß es von der Bank weiter. Die UBS, an deren Verwaltungsratsspitze ab 2013 Ex-Bundesbank-Chef Axel Weber stehen soll, ist in der Finanzkrise durch schwere Zeiten gegangen.

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Gerade von den Folgen fast genesen, hatte der UBS-Konzern im zweiten Quartal einen herben Rückschlag erlitten. Im ersten Halbjahr sank der Gewinn vor Steuern aus dem operativen Geschäft fast um ein Drittel auf 3,9 Milliarden Franken (3,35 Mrd Euro). Die Schweizer Großbank hatte in den Jahren 2007 bis 2008 knapp 28 Milliarden Franken Verluste angehäuft und musste vom Staat gerettet werden.

Mann in Polizeigewahrsam

Der Mann sei in den frühen Morgenstunden festgenommen worden, teilte die Polizei der Londoner City am Donnerstag mit. Der britischen Finanzaufsicht (Financial Services Authority/FSA) zufolge arbeitet er seit dem Jahr 2007 bei UBS und ist sowohl beim Konzern in der Schweiz als auch bei der britischen Tochter UBS Limited in London registriert. Er wurde am Nachmittag weiter von den Ermittlern befragt. Eine UBS-Sprecherin in London wollte sich zunächst nicht zu der Festnahme äußern.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Heute schon Weidemilch gekauft? Dieses Urteil sollten Sie kennen
Milch darf als "Weidemilch" beworben werden, auch wenn die dafür gemolkenen Kühe nicht mehr als 120 Tage jährlich auf der Weide stehen. Das entschied …
Heute schon Weidemilch gekauft? Dieses Urteil sollten Sie kennen
Aktionäre entscheiden im Machtkampf bei Grammer
Im Machtkampf des Autozulieferers Grammer mit seinem größten Investor entscheiden am Mittwoch die Aktionäre. Zuvor geht es heftig zur Sache.
Aktionäre entscheiden im Machtkampf bei Grammer
Signale vor Opec-Treffen: Förderkürzung wird verlängert
Es war ein historischer Schulterschluss: Die Opec hatte mit anderen wichtigen Förderländern eine Öl-Drosselung beschlossen. Die Vereinbarung soll wohl um neun Monate …
Signale vor Opec-Treffen: Förderkürzung wird verlängert
Moody's stuft China erstmals seit 1989 ab
Zweifel an der Reformfähigkeit, sinkende Devisenreserven und vor allem das Schuldenrisiko: Die Ratingexperten von Moody's nennen viele Gründe, warum sie Chinas Bonität …
Moody's stuft China erstmals seit 1989 ab

Kommentare