Über 120 000 neue Lebenschancen im Freistaat

Abbau der Arbeitslosigkeit: - München/Nürnberg -­ Der Abbau der Arbeitslosigkeit in Bayern hat sich weiter beschleunigt. Im Februar sank die Zahl der Erwerbslosen im Freistaat um 2800 auf 427 000. Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren dies 122 100 oder 22,2 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 8,5 Prozent gelegen. In Oberbayern lag die Quote bei 5,6 Prozent nach 7,2 Prozent im Februar 2006.

In ganz Deutschland waren laut BA im Februar 4 222 000 Männer und Frauen ohne Arbeit. Im Vergleich zum Vorjahr waren in Deutschland sogar 826 000 weniger Menschen arbeitslos. "Das ist der stärkste Rückgang innerhalb eines Jahres seit Bestehen der Bundesrepublik", betonte Weise. Aus Sicht der Arbeitsmarktforscher erlebe Deutschland derzeit einen "Bilderbuchaufschwung": Nachdem Unternehmen ihre Auftragsspitzen zunächst mit Überstunden, später mit befristeten Verträgen und Zeitarbeit abgefangen hätten, stellten sie wieder verstärkt Mitarbeiter fest ein.

Der Chef der Regionaldirektion für Arbeit in Nürnberg, Andreas Stöhr, machte neben der Konjunktur vor allem die milde Witterung und die Einführung des Saison-Kurzarbeitergeldes für die positive Entwicklung verantwortlich.Teils führe der Fachkräftebedarf bereits zu Problemen bei der Stellenbesetzung.

"Über 120 000 arbeitslose Mitbürger weniger als im Februar 2006 bedeuten über 120 000 neue Lebenschancen und zusätzlichen Schwung für unser ganzes Land", sagte Ministerpräsident Edmund Stoiber. SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget erklärte, die Agenda 2010 von Ex-Kanzler Gerhard Schröder sei ursächlich für den Arbeitsmarkt-Aufschwung. Er forderte von seinen Genossen mehr Selbstbewusstsein. Sie liefen "mit viel zu schlechtem Gewissen durch die Gegend". Ein Lohnzuwachs könnte den Konjunkturauftrieb noch fördern. Zugleich warnte er vor einem Fachkräftemangel in den nächsten Jahren. Die Anstrengungen bei der Ausbildung müssten verstärkt und die Schulabschlüsse verbessert werden.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern lag zuletzt mit 4,354 Millionen um 96 000 (2,3 Prozent) über dem Vorjahreswert. Mittlerweile verzeichneten fast alle Wirtschaftszweige einen Anstieg, hieß es. Den stärksten Personalzuwachs gab es im Bereich Zeitarbeit mit einem Plus von 9,2 Prozent sowie im Baugewerbe mit plus 3,7 Prozent.

Die niedrigsten Arbeitslosenquoten im Freistaat wiesen Freising mit 4,1 Prozent sowie Donauwörth und Ingolstadt mit 4,7 Prozent auf. Die höchste Quote hat Hof mit 9,8 Prozent, gefolgt von Coburg und Passau mit 8,9 Prozent.

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