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Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die VW-Vorschläge zur Überarbeitung der ersten manipulierten Dieselmotoren genehmigt.

Luftgitter und Software-Updates

8,2 Millionen manipulierte VW: Rückrufpläne freigegeben

Wolfsburg - Ab Januar kann ein großer Teil der manipulierten Dieselautos aus dem VW-Konzern in die Werkstätten. Neue Luftgitter und Software-Updates sollen den zu hohen Stickoxid-Ausstoß senken. Doch Volkswagen hat noch mehr offene Baustellen.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat die Umbaupläne für einen großen Teil der manipulierten VW-Dieselautos abgesegnet. Rund 8,2 Millionen Wagen mit 1,6- und 2,0-Liter-Motoren können ab Anfang kommenden Jahres in der Werkstatt so eingestellt werden, dass sie die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide einhalten sollen, wie Volkswagen am Mittwoch in Wolfsburg mitteilte.

Der Konzern habe das Ziel, dass Autofahrer dabei keinen höheren Verbrauch und keine geringere Motorleistung hinnehmen müssen, hieß es. Versprechen kann VW das aber noch nicht. Auch zu den Kosten für den bevorstehenden Rückruf könne man noch nichts sagen. Derzeit würden noch Verhandlungen mit Zulieferern laufen.

Bei den größeren 2,0-Liter-Motoren soll ein etwa halbstündiges Software-Update ausreichen. Bei den kleineren 1,6-Liter-Motoren werde zusätzlich ein sogenannter Strömungstransformator eingebaut. Dieses Teil soll dafür sorgen, dass Luft besser angesaugt und Treibstoff effizienter verbrannt werden kann, erklärte der Sprecher. So sollen auch Abgaswerte entsprechend den Emissionsnormen verbessert werden.

In den vergangenen zehn Jahren habe sich technisch viel getan, deshalb sei eine solche Lösung heute möglich. Eine Lösung für die kleinen 1,2-Liter-Motoren soll noch in dieser Woche vorliegen.

Dass die Manipulationen bei den Abgaswerten durch eine so einfache und vermutlich auch relativ kostengünstige Lösung verhindert werden könne, habe in der Vergangenheit niemand wissen können, sagte ein Sprecher. So gesehen sei der Skandal, der VW Mitte September in eine tiefe Krise stürzte, umso tragischer. "Aber wir können es leider nicht rückgängig machen", sagte Sprecher Hans-Gerd Bode.

Die Überarbeitungspläne beziehen sich allerdings nicht auf in den USA oder in Kanada verkaufte Modelle aus dem VW-Konzern. Hier prüfen die Behörden derzeit noch Vorschläge des Autobauers. Allein schon wegen der dort schärferen Grenzwerte sei die Lösungssuche anspruchsvoller als in Europa, erklärte VW. Wie in Europa werde daher in den Vereinigten Staaten an einer schrittweisen Lösung gearbeitet.

Mit dem geplanten Rückruf könnte VW ohnehin vorerst nur eine Baustelle im Abgas-Skandal schließen. Bei 800 000 Autos hatte der Konzern außerdem zu niedrige CO2-Abgaswerte angegeben. Und auch Autos mit 3,0-Liter-Motoren sind mit einer in den USA verbotenen Software ausgestattet.

VW werde "mit jedem Kunden Kontakt aufnehmen" und den betroffenen Autobesitzern während des ab Januar geplanten Rückrufs eine kostenlose "Ersatzmobilität" anbieten, hieß es. Bei betroffenen Autos der Marken Audi, Skoda und Seat soll es ähnlich laufen wie bei den VW-Modellen.

Volkswagen hatte für den Umbau der betroffenen Motoren 6,7 Milliarden Euro zurückgelegt. Endgültige Preise für die benötigten Teile stünden aber noch nicht fest. Unter anderem deshalb könne der Konzern auch noch keine Auskunft über anfallende Kosten geben.

Insgesamt seien als Folge des Abgas-Skandals bislang acht Mitarbeiter des Unternehmens beurlaubt worden, berichtete ein Konzernsprecher. Details zu den Personen oder gar ihre Namen wollte er "aus Rücksicht und zum Schutz der Betroffenen" aber nicht nennen. Zu den acht Beurlaubungen kommt noch die bekannteste Personalie nach Bekanntwerden des Skandals: der Rücktritt des früheren VW-Konzernchefs Martin Winterkorn.

Bei den acht Beurlaubten handele es sich um Beschäftigte aus dem Umfeld der Motorenentwicklung. Kreisen zufolge sind darunter drei Top-Manager aus den Entwicklungsabteilungen von VW sowie der Töchter Audi und Porsche. Im Gegensatz zu Winterkorn, der den Konzern endgültig verlassen hat, seien diese Beurlaubungen zunächst nur vorübergehend gültig.

Der Sprecher betonte, dass letztlich bei allen Beurlaubten nach wie vor die Unschuldsvermutung gelte. Obwohl es sich heute anders darstelle, dürfe nicht davon ausgegangen werden, dass die Mitarbeiter nicht zum Wohle des Unternehmens gehandelt hätten.

dpa

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