Übergepäck wird zur Kostenfalle

Vor dem Abflug Richtung Urlaub kommt das Packen. Aber Achtung: Zu schwere Koffer kosten extra. Doch wie viel Gepäck ist im Flieger erlaubt? Kann das Surfbrett mit? Und darf die Katze auch an Bord?

Am Check-in-Schalter erlebt manch Reisender eine böse Überraschung: Über zusätzliche Gepäckkosten versuchen Billiganbieter, noch etwas Geld zu verdienen. Den Anfang machte Ryanair, der irische Billigflieger mit aggressivem Auftritt: 2006 führte er als erste Fluggesellschaft eine Gebühr für jedes Gepäckstück ein und senkte das zulässige Höchstgewicht. Es dauerte nicht lange, bis andere Anbieter nachzogen.

Jedes Kilo kostet extra

Nur ein Kilogramm zu viel schon muss der Urlauber draufzahlen: Oft liegt das zulässige Freigepäck bei 20 Kilogramm; je nachdem, wohin die Reise führt. Bei Intersky sind es sogar nur 15 Kilogramm (siehe Tabelle). Wer mehr auf die Waage bringt, muss mit zusätzlichen Gebühren von fünf bis 16 Euro rechnen. Stiftung Warentest rät deswegen: Koffer und Taschen daheim abwiegen das verhindert böse Überraschungen am Flughafen. Und: schlank packen. Jedes Kilo mehr kostet nicht nur extra, sondern erhöht auch den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß des Flugzeugs.

Geht es in die USA oder nach Kanada, darf mehr mit: Meist gilt das "Two-Pieces-Concept", also das "Zwei- Teile-Konzept". Soll heißen: Pro Person sind zwei Koffer mit einem Inhalt von insgesamt 36 Kilogramm erlaubt.

Eine weitere Einnahmequelle sind Koffer-Gebühren. Aer Lingus zum Beispiel verlangt pro Gepäckstück pauschal zwölf Euro wenn online bezahlt wird. Am Flughafen steigt die Gebühr auf 18 Euro. Clickair verlangt dafür zehn Euro.

Rad und Surfbrett im Flieger

Beim Karibik-Trip darf für viele das eigene Surfbrett nicht fehlen. Und das Fahrrad muss auch unbedingt mit: Im Prinzip ist (fast) alles möglich sofern man bereit ist, draufzuzahlen. Für Mountainbike, Windsurfer oder Kajak sollte mit 25 bis 45 Euro (einfache Strecke!) gerechnet werden. Tauchausrüstung, Golfschläger und Angelrute kommen auch mal billiger oder gratis mit.

Eine Dienstleistung, die bald zur Ausnahme werden dürfte: Air Berlin etwa kündigt für den 1. November 2008 Preiserhöhungen an. Unter anderem werden künftig für Tennisschläger, Tauchgepäck und Snowboard pro Flug 20 Euro fällig. Einen speziellen Service bietet Condor an: Dort dürfen Weihnachtsbäume (mit Gesundheitszeugnis des örtlichen Pflanzenschutzdienstes) bis zu einer Größe von 100 Zentimetern gratis mit. . .

Sondergepäck rechtzeitig anmelden

Am besten melden Urlauber ihre Sportgeräte und sperriges Gepäck vorher bei der Fluggesellschaft an und kommen früher zum Check-In das spart Geld und garantiert, dass die Fracht mit an Bord kommt.

Für jedes Sondergepäck gilt: Die richtige Verpackung ist das A und O. Beispielsweise sieht Easyjet bei Fahrrädern ganz genau hin: Sie müssen für den Transport jeweils in einer Box oder Tasche verpackt sein. Die Reifen werden nur ohne Luft transportiert, und die Pedale gehören für den Flug nach innen geschraubt oder abgenommen. Wichtig: Namensaufkleber nicht vergessen!

Urlaub mit Hund und Katz'

Nicht jedes Flugzeug hebt mit Haustieren ab. Katzen, Hunde, Hamster und Co. haben bei Easyjet und Clickair etwa keinen Zutritt. Für Blindenhunde wird natürlich eine Ausnahme gemacht; sie können bei allen Fluggesellschaften gratis mit.

Die Ticketkosten für Hund und Katz' hängen von der Fluglänge ab und ob sie in der (grundsätzlich günstigeren) Kabine oder im Laderaum untergebracht sind. Die Preise bewegen sich zwischen zehn und 160 Euro auf einfacher Strecke.

Wenig Platz für Haustiere

Wichtig ist, dass das Tier in einer fest verschlossenen, wasserdichten Box untergebracht ist, die mit saugfähigem Material ausgelegt ist. Darf das Tier mit in die Kabine, gelten für den Käfig meist dieselben Maße wie fürs Handgepäck, also 55 mal 40 mal 20 Zentimeter. Für einen ausgewachsenen Hund ist der Platz dort oft zu eng.

Wer nach Großbritannien, Irland, Schweden oder Malta möchte, muss besonders aufpassen: In diesen vier Ländern gelten noch die bisherigen, strengeren Bestimmungen mit Blutproben und Hepatitisimpfungen.

Kampfhunde dürfen generell nicht mitfliegen; dazu zählen unter anderem die Rassen Pitbull-Terrier oder amerikanische Bulldoggen.

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