Überlebenskampf von Walter Bau: Fünf Banken verweigern Hilfe

- München - Die Existenzkrise der Walter Bau AG scheint ausweglos. Für rund 300 Millionen Euro Risikovolumen will angeblich keine Bank mehr bürgen. Tausende Mitarbeiter hoffen und bangen.

<P>Der Augsburger Bauriese Walter Bau steht in einem schier aussichtslosen Überlebenskampf. Es gebe weiterhin eine harte Front von fünf Hausbanken, die ihre Zustimmung zu einer weiteren Stützung des angeschlagenen Baukonzerns kategorisch verweigern, hieß es in Finanzkreisen. Diese fünf Institute, zu denen dem Vernehmen nach die Berliner Bank und die niederländische ABN Amro zählen, repräsentieren etwa ein Fünftel eines 1,5 Milliarden Euro umfassenden Bürgschaftsvolumens. Zugleich sei keines der insgesamt 27 bei Walter engagierten Institute bereit, den eigenen Risikoanteil zu erhöhen, sagte ein Banker.</P><P>Auf Wiesheus Andeutung kann sich keiner einen Reim machen</P><P>Weil alle hilfsbereiten Kreditinstitute ihre Zustimmung nur unter dem Vorbehalt gegeben hätten, dass alle Banken an Bord bleiben, würde das Ausscheiden auch nur eines Instituts den gesamten Bankenpool sprengen. Einen Ausweg konnte kein Bankenvertreter nennen. Nur die Augsburger selbst tragen Optimismus zur Schau. </P><P>"Wir gehen davon aus, dass die Banken kurzfristig unserem Sanierungsplan zustimmen", sagte ein Walter-Sprecher. Auch von Banken bestätigte Informationen, wonach die Nummer drei der heimischen Baubranche vor einem 170 bis 200 Millionen Euro umfassenden Liquiditätsengpass stehe, blieben unkommentiert. </P><P>Konzerngründer Ignaz Walter hatte sich zuletzt über unbezahlte Rechnungen seiner Kunden in Höhe von 450 Millionen Euro beklagt. "Der Ball liegt bei Walter", meinte ein Banker. Die Manager müssten nun entscheiden, ob sie neue Angebote an die Banken machen oder zum Insolvenzrichter gehen. Walter Bau musste in den letzten Jahren bereits Tausende Stellen streichen. Mit dem jüngsten Angebot, nochmals 400 Arbeitsplätze abzubauen, eine profitable Dienstleistungstochter zu verkaufen und auf defizitäre Geschäftsteile zu verzichten, wollten die Augsburger kritische Kreditgeber doch noch auf ihre Seite ziehen.</P><P>Diese Kalkulation ist bislang nicht aufgegangen. Der Sanierungsplan sei nicht ausreichend, rügen einige Banken. Unbestätigt blieben Gerüchte, die Augsburger hätten 2004 einen Verlust von 55 Millionen Euro verbucht. Auch eine angebliche Forderung einzelner Institute, der 68-jährige Firmenpatriarch Walter müsse alle Führungsansprüche aufgeben, wurde nicht bestätigt. </P><P>Nur kurzfristig für Hoffnung sorgte eine Äußerung von Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu am Rande der Messe Bau 2005, er wisse von entscheidenden Wendungen im Fall Walter, die am Freitag verkündet werden sollen. Darauf konnte sich keiner der Beteiligten einen Reim machen. Banker verwiesen vielmehr darauf, dass staatliche Hilfen kaum möglich seien, seit die EU am Beispiel des Stahlwerks Maxhütte jede Stützung durch das Land Bayern untersagt habe. Mehr als Seelenmassage bei sich Walter verweigernden Banken ist nach Ansicht am Prozess Beteiligter seitens der Politik kaum möglich. </P><P>So soll Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement bei der Berliner Bank vorstellig geworden sein. Auf ausländische Institute wie ABN Amro hätten heimische Politiker aber kaum Einfluss, warnen Finanzexperten. </P>

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