Übernahme der KirchMedia durch Saban geplatzt

- München - Die milliardenschwere Übernahme von Großteilen der insolventen KirchMedia durch den US-Milliardär Haim Saban ist geplatzt. Saban und die KirchMedia erklärten in München den Rücktritt vom Kaufvertrag für die Sendergruppe ProSiebenSat.1 und die Kirch-Filmrechtebibliothek. Zur Begründung hieß es, offene Punkte zwischen den Beteiligten hätten nicht zeitgerecht erledigt werden können.

<P>Damit steht der Insolvenzverwalter mehr als ein Jahr nach der Pleite des einstigen Herzstücks der Kirch-Gruppe wieder ohne einen Käufer da. Das Geschäft soll nun vorerst mit Hilfe der Banken weitergeführt werden.</P><P>Saban hatte die Verträge im März unterschrieben. Der Deal sollte nach Informationen aus Branchenkreisen ein Volumen von rund zwei Milliarden Euro haben. In den Verhandlungen mit den Gläubigerbanken war es in den vergangenen Wochen aber immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen. Über ein Scheitern der Verhandlungen war bereits mehrfach spekuliert worden.</P><P>Die KirchMedia hatte für diesen Fall bereits einen Alternativplan erstellt. Dieser sieht vor, dass die KirchMedia ihre Anteile an ProSiebenSat.1 vorerst behält und gemeinsam mit den Gläubigerbanken eine Kapitalerhöhung durchbringt. Die Fortführung des operativen Geschäfts sei dadurch gesichert.</P><P>Für Saban wäre die Übernahme der große Einstieg in den deutschen Fernsehmarkt gewesen. In den Verhandlungen mit den Banken soll er nach Informationen aus Branchenkreisen aber immer versucht haben, die Finanzierungsbedingungen zu seinen Gunsten zu verändern. Der Insolvenzverwalter der KirchMedia betonte aber, beide Seiten seien in freundschaftlicher Atmosphäre auseinander gegangen. "Beide Parteien haben gegenseitig ihr Interesse an einem weiteren Meinungsaustausch bekundet."</P><P>Nach Einschätzung von Branchenkennern ist der Rückzug von Saban für die KirchMedia eine Niederlage. Seit der Insolvenz des ehemaligen Herzstücks der KirchGruppe hatte der Insolvenzverwalter nach einem Käufer gesucht. In der Endrunde waren nur noch der Hamburger Bauer-Verlag und Saban übrig geblieben. Bauer hatte sich aber kurz vor der Entscheidung zurück gezogen. Das erneute Interesse von Bauer an dem Kauf der KirchMedia gilt als unwahrscheinlich. Auch andere Käufer dürften derzeit nach Einschätzung von Experten nicht in Sicht sein.</P>

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