Übernahme von AT & T markiert das Ende einer Ära

- New York - Die Übernahme des US-Telekom-Unternehmens AT & T ist das Ende eines der traditionsreichsten und einst größten amerikanischen Konzerne. Die einstige Telefonmonopol-Gesellschaft American Telephone & Telegraph war 1875 entstanden, als der Telefonerfinder Alexander Graham Bell das unter dem Spitznamen "Ma Bell" (Mutter Bell) bekannte Unternehmen gegründet hatte.

<P>Hundert Jahre lange stellte AT & T als Monopolist mit Duldung Washingtons die Telefonversorgung des ganzen Landes sicher. Dafür wuchs das Unternehmen stetig und vereinte unter einem Dach zahlreiche regionale "Bell-Telefongesellschaften", die Produktion von Telekomausrüstungen und das weltberühmte Forschungszentrum Bell Labs, das viele Nobelpreisträger hervorbrachte. Die AT & T-Aktionäre erhielten solide Dividenden. Die Aktien galten als so sicher, dass sie als Anteile für "Witwen und Waisen" empfohlen wurden.<BR><BR>Der große Einschnitt kam 1984: Aus kartellrechtlichen Gründen wurde der Konzern mit über einer Million Beschäftigten in sieben Regionalgesellschaften aufgeteilt. Seither ging es für AT & T steil abwärts. <BR><BR>Jetzt übernimmt das zweitgrößte US-Telefonunternehmen SBC Communications den AT & T-Konzern für 16 Milliarden Dollar (12,3 Mrd. Euro). Es entsteht ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 71 Milliarden Dollar. SBC hat 52 Millionen Kunden in 13 Bundesstaaten im Südwesten, Westen und Mittleren Westen der USA. Der Unternehmen verfügt auch über 5,1 Millionen DSL-Internetkunden und kontrolliert den größten US-Mobilfunkanbieter Cingular Wireless zu 60 Prozent. SBC hatte 2004 einen Umsatz von 40,8 Milliarden Dollar, plus 0,7 Prozent. Der SBC-Gewinn war um 30 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar gefallen. Die AT & T-Aktionäre sollen 0,77942 SBC-Aktien je eigenen Anteil erhalten. Hinzu kommt bei Abschluss der Transaktion noch eine Sonderdividende von 1,30 Dollar je AT & T-Aktie in bar, so dass die Gesamtzahlung auf derzeit 19,71 Dollar je AT & T-Anteil hinausläuft.<BR><BR>AT&T hatte 2004 einen starken Umsatzrückgang von 11,6 Prozent auf 30,5 Milliarden Dollar verbucht. Der Jahresverlust hatte 6,1 Milliarden Dollar betragen verglichen mit einem Gewinn von 1,9 Mrd. Dollar im Vorjahr. <BR></P>

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