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Letzter Ausweg für die Hypo Real Estate: Übernahme durch den Bund.

Bund erhöht Anteil an HRE auf knapp 41 Prozent

Hypo Real Estate bleibt tief in der Verlustzone

München - Der Bund hat seinen Anteil an dem verlustreichen Immobilienkonzern Hypo Real Estate am letzten Tag des Übernahmeangebots deutlich erhöht. Wie die Bank am Dienstag mitteilte, sei vor Steuern ein Verlust von 406 Millionen Euro angefallen.

Bis Montag um 17.30 Uhr sei das Angebot für 32,28 Prozent der Aktien angenommen worden, gab der Banken-Rettungsfonds SoFFin am Dienstag auf seiner Homepage bekannt. Zusammen mit dem Anteil, den der Bund bereits vorher hielt, kam er auf knapp 41 Prozent.

Die Frist endete allerdings erst um Mitternacht, so dass die endgültige Zahl noch höher ausfallen könnte. Die genaue Quote will der SoFFin am Donnerstag bekanntgeben.

Der Bund hofft auf einen Anteil von mindestens 50 Prozent, damit er auf einer Hauptversammlung Anfang Juni eine Kapitalerhöhung durchsetzen und die restlichen Aktionäre in einem sogenannten Squeeze Out herausdrängen kann. Auch mit einem Anteil von weniger als 50 Prozent kann das gelingen, wenn bei dem Aktionärstreffen mehr als die Hälfte des anwesenden Kapitals für diesen Schritt stimmt.

Der Großaktionär J.C. Flowers hatte allerdings schon angekündigt, das Angebot nicht anzunehmen weil er den Preis von 1,39 Euro je Aktie für zu niedrig hält. Der Bund ist daher auf die Unterstützung anderer Aktionäre angewiesen, wenn er ohne eigene Mehrheit in die Hauptversammlung geht. Sollte die Kapitalerhöhung nicht gelingen, will der Bund die übrigen Aktionäre enteignen, um die alleinige Kontrolle über die HRE zu gewinnen.

Ohne Milliardengarantien des Bundes wäre die HRE bereits zusammengebrochen. Im ersten Quartal schrieb der Münchner Konzern vor Steuern einen Verlust von 406 Millionen Euro nach einem Gewinn von 190 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand zwischen Januar und März ein Verlust von 382 Millionen Euro. “Allerdings machen wir gute Fortschritte bei der Neuausrichtung des Konzerns“, teilte Vorstandschef Axel Wieandt in München mit. Im ersten Quartal habe die Bank wieder Neugeschäfte bei Immobilienfinanzierungen über 600 Millionen Euro gemacht.

Nach der Notrettung des Konzerns war das Neugeschäft zeitweise zum Erliegen gekommen, weil viele eine Pleite der Hypo Real Estate befürchteten. Um diese zu vermeiden, erhielt der Konzern Garantien über 102 Milliarden Euro vom Staat und der privaten Finanzwirtschaft. Die HRE wird von der Regierung als systemrelevant eingestuft und darf daher nicht pleitegehen.

Die Zinszahlungen für die Garantien haben den Konzern im ersten Quartal mit 129 Millionen Euro belastet.

dpa

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