Übernahmegefahr bei DAX-Unternehmen gesunken

Düsseldorf - Die Übernahmegefahr bei den größten deutschen Aktiengesellschaften ist nach Einschätzung von Aktionärsschützern deutlich kleiner geworden. "Vor zwei, drei Jahren waren deutsche Großunternehmen billig zu haben. Die Zeiten sind vorbei."

Das sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jürgen Kurz, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die zum Teil auf Allzeithochs gestiegenen Aktienkurse machten Übernahmen in solchen Fällen erheblich teurer. Außerdem sei die Finanzierung von Übernahmen auf Kreditbasis teurer geworden, da die Zinsen angezogen hätten. "Da wird die Luft dünner", verdeutlichte Kurz. Begehrlichkeiten gebe es grundsätzlich aber weiter vor allem bei Finanzinvestoren, die in Fonds große Summen Kapital sammelten.

Auch die Gefahr, von Hedge-Fonds dominiert zu werden, habe 2007 abgenommen. "Es gab Fälle außerhalb des DAX, da reichten 10 bis 15 Prozent der Stimmrechte, um auf der Hauptversammlung eine Mehrheit zu haben", schilderte Kurz. Die Präsenz auf den Hauptversammlungen der DAX-Unternehmen sei in diesem Jahr um 6,6 Punkte auf 56 Prozent stark geklettert. "Man kann hier von einer Trendwende sprechen."

Seit 1998 habe die Präsenz auf den DAX-Hauptversammlungen von damals 61 Prozent bis zum Tiefstwert von 45,8 Prozent im Jahr 2005 abgenommen. Die Unternehmen nutzten nun zunehmend Dienstleister, die institutionelle Investoren wie Fondsgesellschaften motivierten, ihre Stimmen auf der Hauptversammlung vertreten zu lassen. Daneben habe aber auch die Übernahme von internationalen Standards bei der Stimmrechtsvertretung in Deutschland geholfen.

Die Mehrheit der deutschen Aktien liege bei Investoren im Ausland, die damit auch den Großteil des "Geldregens" in diesem Jahr abbekommen hätten. Laut DSW schütteten 2007 allein die DAX-Unternehmen eine Rekordsumme von 27,9 Milliarden Euro an Dividende aus. Das seien 6,8 Milliarden Euro mehr als die DAX-Dividendensumme 2006. "Und dabei blieben TUI und Infineon ihren Aktionären eine Dividende schuldig", erläuterte der DSW-Sprecher.

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