Übernahmekampf: Noch lange keine Einigung um Conti

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Hannover/Herzogenaurach (dpa) - Im Übernahmekampf um Continental stehen die Verhandlungen zwischen Conti und der Schaeffler-Gruppe Kreisen zufolge nicht kurz vor einer Einigung.

Die Gespräche stünden erst am Anfang, von einer Einigung könne noch lange keine Rede sein, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es gebe noch "eine Menge Hausaufgaben" zu erledigen. Ein Medienbericht, nach dem beide Unternehmen kurz vor einer Einigung stehen, wurde als "weit übertrieben" dargestellt. Die Meldung sei "nicht zutreffend".

Aus den Kreisen hieß es am Freitag, man sei zwar zuversichtlich, dass die beiden Unternehmen auf einem guten Weg seien, eine vernünftige Lösung zu finden. Eine Einigung gebe es aber noch lange nicht. Als Knackpunkte in den Verhandlungen gelten ein deutlich höherer Preis, der Umgang mit steuerlichen Verlustvorträgen sowie langfristige Garantien zur Sicherung von Standorten und Jobs.

Sprecher von Conti und Schaeffler wollten keine Stellungnahme abgeben. Schaeffler und Conti hatten am Mittwoch in dem seit Wochen andauernden Übernahmekampf ihre Bereitschaft zu einer friedlichen Einigung signalisiert und weitere Verhandlungen angestrebt. Conti hatte das Schaeffler-Übernahmeangebot von 70,12 Euro pro Aktie erneut als nicht angemessen abgelehnt, aber kurzfristig weitere Verhandlungen angestrebt. "Es ist unser Ziel, möglichst schnell zu einer Lösung im Sinne beider Unternehmen zu kommen." Ähnlich hatte sich Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger geäußert.

In den Kreisen hieß es zudem, anders als in dem Medienbericht dargestellt sei auszuschließen, dass es Anfang der kommenden Woche eine Conti-Aufsichtsratssitzung gebe, bei der eine Einigung abgesegnet werden könnte. Ebenfalls zurückgewiesen wurde die Darstellung, dass es über das Wochenende Verhandlungen gebe.

Schaeffler ist nach Medienberichten bereit, das Übernahmeangebot für Conti von bisher 70,12 Euro auf 75 Euro pro Aktie zu erhöhen. Branchen-Analysten aber halten einen Preis zwischen 80 und 100 Euro für gerechtfertigt. Schaeffler hält bereits acht Prozent an Conti und hat nach eigenen Angaben über Finanzgeschäfte Zugriff auf weitere 28 Prozent.

Die Verhandlungen zwischen Conti und der Schaeffler-Gruppe stehen unter Zeitdruck. Die Annahmefrist für das Schaeffler-Übernahmeangebot endet am 27. August um Mitternacht. Den gesetzlichen Vorgaben zufolge könnte Schaeffler das Angebot bis spätestens einen Tag vor Ablauf der Frist erhöhen - die derzeitige Offerte hatte Conti abgelehnt.

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