Übernahmewelle auf dem Biermarkt

- München - Die Übernahme-Welle schwappt weiter über den deutschen Biermarkt. Die Brau Holding International der Münchner Schörghuber-Gruppe, Nummer drei in der Branche, hat weitere Akquisitionen im Visier. Er rechne als nächste Schritte mit dem Kauf von fünf bis sechs kleineren Brauereien, sagte Wolfgang Salewski, Chef der Brau Holding International (BHI) und der Paulaner-Gruppe, am Mittwoch in München. "Es liegen im süddeutschen Raum noch so zwei Millionen Hektoliter rum, die man gut integrieren kann." Auch größere Zukäufe seien vorstellbar, derzeit aber nicht konkret in Sicht.

Zur Schörghuber-Gruppe gehören neben der Paulaner Brauerei-Gruppe (Paulaner, Hacker-Pschorr) unter anderem auch Kulmbacher, eine 45Prozent-Beteiligung an Karlsberg und die Brauereien Fürstenberg und Hoepfner. Die Bieraktivitäten sind in der Brau Holding International gebündelt, an der Schörghuber mit 50,1 Prozent und Heineken mit 49,9 Prozent beteiligt sind.

An diesen Mehrheitsverhältnissen solle sich auch nichts ändern, sagte Salewski. Es bleibe dabei, dass Schörghuber die Mehrheit halte und die regionalen Brauereien eine relativ eigenständige Position hätten. Damit verfolge man eine andere Strategie als Marktführer Oetker und die Nummer zwei InBev (Beck/s). Die Konkurrenten kauften große Mengen zusammen und bereinigten den Markt, in dem sie schließen, was sich nicht rentiert. "Auch dieser Weg hat seine Berechtigung, ist aber nicht unserer." Daher fragten immer wieder mittelständische Brauereien nach, ob sie unter das Dach der Brau Holding schlüpfen können.

Nach einem schwierigen Jahr 2004 seien Absatz und Umsatz bei Paulaner im bisherigen Jahresverlauf um ein Prozent gestiegen, sagte Salewski. "Natürlich hätten wir uns mehr gewünscht. Aber wenn das Wetter schlecht ist, wird halt nicht so viel getrunken." Zulegen konnte Paulaner vor allem mit seinem Weißbier, bei dem die Marktführerschaft zurückerobert wurde, und beim Export.

Da man die Preisführerschaft habe - also das Bier am teuersten verkaufen könne -, sei er auch mit der Ertragslage sehr zufrieden.

Ziel sei es, vor Steuern und Zinsen zehn Euro pro Hektoliter zu verdienen. Als Salewski vor drei Jahren sein Amt antrat, war es branchenüblich gut ein Euro, derzeit sind es zwischen sechs und sieben Euro. Im Gesamtjahr erwartet Salewski für Paulaner einen Umsatz von etwa 270 Millionen Euro und einen Absatz von 2,65 Millionen Hektolitern Bier. Die Brau Holding International werde auf einen Umsatz von etwa 770 Millionen Euro und 10 Millionen Hektoliter kommen.

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