HVB überrascht mit guten Zahlen

- München/Mailand - Unmittelbar vor der Übernahme durch die italienische Unicredit hat die HypoVereinsbank mit einem hohen Gewinn überrascht. Erheblich bessere Erträge im Bank- und Finanzgeschäft sowie eine deutliche Erholung des Inlandsgeschäfts ließen den Betriebsgewinn im dritten Quartal um 430 Millionen auf 676 Millionen Euro hochschnellen, wie die Bank mitteilte.

Unter dem Strich machte das Institut in den ersten neun Monaten 890 Millionen Euro Gewinn und sieht seine Zielmarke von 1,1 Milliarden Euro für das Gesamtjahr in unmittelbarer Reichweite.

"Mit Blick auf das Gesamtjahr liegen wir voll auf Zielkurs", sagte Vorstandschef Dieter Rampl. Die HypoVereinsbank gehe gestärkt in die Übernahme durch Unicredit: "In allen Bereichen des Kundengeschäfts haben wir unsere Ertragskraft nachhaltig gestärkt", betonte Rampl, der den Vorsitz des Unicredit-Aufsichtsrats übernehmen soll.

Die HypoVereinsbank werde 2005 ihre Kapitalkosten verdienen und "damit ein maßgeblicher Bestandteil" der italienischen Unicredit-Gruppe sein, betonte Rampl. Die Italiener hatten im Oktober annähernd 90 Prozent der HVB-Aktien übernommen. Die Fusion soll nächste Woche formal vollzogen werden. Die Börse reagierte positiv auf die guten Quartalszahlen.

Vor allem ihr lange Zeit Not leidendes Deutschland-Geschäft konnte die HVB wieder flottmachen: Nachdem im gesamten Vorjahr das Betriebsergebnis mit 18 Millionen Euro nur knapp schwarze Zahlen erreichte und dort zuvor dreistellige Millionenverluste anfielen, erzielte die HVB nun im Inland seit Jahresbeginn bereits einen Betriebsgewinn von 513 Millionen Euro. Die lukrative Tochter Bank Austria zusammen mit ihrem Mittel- und Osteuropageschäft liegt mit 713 Millionen Euro Betriebsgewinn weiter auf Wachstumskurs.

Zugleich gab die HVB bekannt, dass sie faule Immobilienkredite in Höhe von 1,8 Milliarden Euro an die US-Investmentbank Goldman Sachs verkauft habe. Darunter sind den Angaben zufolge Darlehen von mehr als 3000 bisheriger HVB-Kunden, gut die Hälfte entfällt dabei auf Wohn-Immobilien-Finanzierung.

Die Abschreibung von Sanierungsfällen unter ihren Immobilienkrediten hatte die HypoVereinsbank in den vergangenen Jahren wiederholt Milliardenverluste beschert. Der Bestand entsprechender Risiko-Kredite hat sich nach Angaben der Bank nun mit dem Verkauf und eigenen Abbaumaßnahmen von über 15 Milliarden Euro auf rund 11 Milliarden Euro reduziert.

Fusionspartner Unicredit gab indes Rekordergebnisse bekannt: In den ersten neun Monaten verbesserte das Mailänder Geldhaus seinen Nettogewinn um 28,4 Prozent auf fast 2,12 Milliarden.

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