+
Ein Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Foto: Alexander Heinl

Im Schnitt

Überschuldete Verbraucher mit gut 30.000 Euro Schulden

Wiesbaden (dpa) - Überschuldete Verbraucher in Deutschland stehen im Schnitt mit dem 28-Fachen ihres Monatseinkommens in der Kreide.

Auf 30.170 Euro summierten sich nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes die Schulden von Betroffenen, die im Jahr 2017 eine Schuldnerberatungsstelle aufgesucht haben.

Am schwersten an ihrer finanziellen Last zu tragen haben nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Mittwoch überschuldete Verbraucher in Rheinland-Pfalz: Sie hatten im Schnitt 37.518 Euro Schulden und damit das 35-Fache ihres durchschnittlichen Monatseinkommens. Oder anders ausgedrückt: Könnte ein Betroffener sein gesamtes Einkommen zum Abtragen der Schulden einsetzen, wäre er nach 35 Monaten schuldenfrei.

Im Saarland (33.775 Euro Schulden) bräuchten Verbraucher demnach in einem solchen - hypothetischen Fall - 34 Monate, um ihren Schuldenberg abzutragen, in Nordrhein-Westfalen (36.090 Euro) wären es 32 Monate. Am geringsten belastet waren im Bundesländervergleich Menschen in Mecklenburg-Vorpommern (22.025 Euro), die im günstigsten Fall 23 Monate für den Schuldendienst bräuchten.

Eine plausible Erklärung, warum es zwischen den einzelnen Ländern so starke Unterschiede gibt, konnten die Statistiker nicht abgeben. Das durchschnittliche Monatseinkommen der Betroffenen sei in den meisten Fällen nicht der Grund: Es lag auf einem ähnlichen Niveau zwischen 925 und 1193 Euro. Hauptursache für das Abrutschen in die Schuldenfalle ist Arbeitslosigkeit.

Die Zahlen beruhen auf Angaben von 528 der rund 1400 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland zu etwa 127.000 beratenen Menschen. Die Daten wurden anschließend hochgerechnet.

Statistisches Bundesamt zur regionalen Verteilung von Überschuldung

Statistisches Bundesamt zu Ursachen für Überschuldung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax startet vorsichtig in die Woche
Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt sind die Anleger vorsichtig in die neue Handelswoche gestartet.
Dax startet vorsichtig in die Woche
Die meisten Erwachsenen leben von ihrer Arbeit
Wiesbaden (dpa) - In Deutschland steigt die Zahl der Menschen, die mit ihrem Job ihren Lebensunterhalt bestreiten. Im vergangenen Jahr traf das auf 72 Prozent der …
Die meisten Erwachsenen leben von ihrer Arbeit
Deutlich mehr Zigaretten versteuert
Wiesbaden (dpa) - Im zweiten Quartal dieses Jahres sind deutlich mehr Zigaretten und andere Tabakwaren versteuert worden als ein Jahr zuvor. Die Hersteller meldeten …
Deutlich mehr Zigaretten versteuert
Frau deckt sich bei Aldi für Mittagspause ein - doch Ekel-Fund verdirbt ihr den Appetit
Bei Aldi Süd kaufte sich eine Kundin einen Snack für die Mittagspause. Doch was sie darin fand, verdarb ihr gründlich den Appetit. „Einfach nur ekelhaft“, schimpft sie …
Frau deckt sich bei Aldi für Mittagspause ein - doch Ekel-Fund verdirbt ihr den Appetit

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.