Überweisungen oft nur noch per Internet und Telefon umsonst

- In der Bankenwelt setzt sich ein aus Kundensicht negativer Trend fort: Überweisungen in Papierform, so genannte beleggebundene Überweisungen, die am Filialschalter abgegeben oder im Briefkasten eingeschmissen werden, müssen bei immer mehr Kreditinstituten bezahlt werden. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Transaktionen in der Euro-Zone werden bald wesentlich günstiger.

<P>Überweisungsgebühren mit<BR>Daueraufträgen sparen<BR><BR>Nachdem unter anderem Deutsche Bank, Citibank und HypoVereinsbank schon seit längerem eine Gebühr für beleggebundene Überweisungen einkassierten, schlägt ab Juli auch die Stadtsparkasse München zu. Die Bearbeitung der handschriftlich ausgefüllten Formulare kostet dann 50 Cent. Die Geldhäuser verteidigen die Preiserhöhungen mit den anfallenden Kosten: "Die Papier-Überweisungen müssen meist manuell erfasst und verwaltet werden, das ist sehr aufwendig", erklärt Joachim Fröhler von der Stadtsparkasse.</P><P>Allerdings bieten fast alle Banken mit Online-Banking, Telefon-Banking und Selbstbedienungs-Terminals eine Alternative, um Überweisungen auch gebührenfrei aufzugeben. In die Röhre schauen Menschen, die sich mit der elektronischen Kontoverwaltung schwer tun. Wollen sie einer zeitaufwendigen Umgewöhnung partout aus dem Weg gehen, bleiben letztlich zwei Wege, um die neuen Entgelte zu umgehen: Das Einrichten von Daueraufträgen für regelmäßige Zahlungen (z. B. Miete, Strom) oder das Wechseln zu einer Bank, bei der Papier-Überweisungen (noch) umsonst sind. Allerdings sollte zuvor geprüft werden, ob sich der organisatorische Aufwand tatsächlich lohnt.</P><P>Die Kennzeichen einer<BR>EU-Standardüberweisung</P><P>Ebenfalls mit Überweisungen zu tun hat eine Verordnung der EU, die ab 1. Juli in Kraft tritt. Dann dürfen die so genannten EU-Standard-Überweisungen nur noch so viel kosten wie Transaktionen innerhalb Deutschlands. Geld von München nach Hamburg zu schicken kostet dann ebenso viel wie von München nach Mailand - nämlich je nach Institut und Überweisungsart zwischen Null und etwa 1,50 Euro. Bislang fielen in der Euro-Zone Gebühren von 7,50 Euro und mehr an. Aber Vorsicht: Eine EU-Standard-Überweisung liegt nur vor, wenn der Betrag 1. in der Währung Euro angewiesen wird, 2. die Transaktions-Summe unter 12 500 Euro liegt und 3. die korrekten IBAN- und BIC-Nummern (siehe Kasten rechts) des Empfängers angegeben werden.</P><P>Änderungen bei<BR>Kontomodellen stehen an</P><P>Möglicherweise bringt die EU-Verordnung aber auch Negatives mit sich: So könnten einige Institute die Kontogebühren erhöhen, um die wegbrechenden Gebühreneinnahmen für die EU-Auslandsüberweisungen auszugleichen. Beispielsweise wird die Deutsche Bank in den nächsten Tagen ein neues Kontomodell einführen. Auch bei den Raiffeisen-Banken stehen offenbar Änderungen der Konditionen zur Debatte. Beide Banken wollten sich allerdings noch nicht äußern, inwieweit tatsächlich eine Gebührenerhöhung ansteht. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat die Stadtsparkasse München getan: Ab 1. Juli steigt die Gebühr für das Girokonto von 4,09 auf 4,60 Euro pro Monat. </P><P>Zum einen sei das die erste Preissteigerung seit 1990. Und zum anderen liegen die neuen Preise noch immer unter dem durchschnittlichen Girokonto-Preis von 85 Euro pro Jahr. Den hat jetzt die Stiftung Warentest unter 65 Kreditinstituten ermittelt. Am günstigsten war demnach die Bank 1822 (30 Euro), am teuersten die Citibank (124 Euro).<BR></P>

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