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Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick erhält ein üppiges Trostpflaster von 15 Millioenen Euro.

Üppiges Trostpflaster für Arcandor-Chef Eick

Essen - Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick verlässt das Pleite-Unternehmen mit einer Abfindung in Höhe von 15 Millionen Euro und sorgt damit für Empörung bei Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Kanzlerin habe absolut kein Verständnis dafür, “wenn jemand, der ein insolventes Unternehmen leitet, für sechs Monate Arbeit das gesamte Gehalt für fünf Jahre bekommt“, sagte die CDU-Vorsitzende am Dienstag im Bayerischen Rundfunk. Eick selbst kündigte unterdessen an, einen Teil der Abfindung für die Mitarbeiter spenden zu wollen.

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Das Amtsgericht Essen eröffnete am Dienstag offiziell das Insolvenzverfahren für die ersten Gesellschaften des zahlungsunfähigen Konzerns. Betroffen waren unter anderem die Konzernholding Arcandor, die Versandhandelssparte Primondo, die Karstadt Warenhaus GmbH und die Quelle GmbH. Zum Insolvenzverwalter berief das Gericht Klaus Hubert Görg.

“Ich bin nicht gierig, aber ich bin auch nicht blöd“

Mit dem Amtsantritt von Görg beendete der bisherige Arcandor-Chef Eick seine Tätigkeit für das Unternehmen. Im Gegensatz zu vielen Arcandor-Mitarbeitern muss sich der Manager keine Sorgen um seine Zukunft machen. Denn er hatte sich bei seinem Wechsel von der Deutschen Telekom zu Arcandor sein Gehalt auch für den Fall einer Insolvenz garantieren lassen - insgesamt immerhin rund 15 Millionen Euro. Eick selbst verteidigte am Montag seine Abfindung und rechtfertigte sie mit dem hohen Risiko, das er bei seinem Wechsel zum Essener Konzern eingegangen sei: “Ich bin nicht gierig, aber ich bin auch nicht blöd. Eine so hochriskante Aufgabe ohne Absicherung zu übernehmen, das macht kein vernünftiger Mensch“, erklärte der 55-Jährige.

Er habe zwar Verständnis für die öffentliche Empörung, “weil es ein unheimliches Geld ist“. Die Summe von 15 Millionen Euro orientiere sich aber an dem Betrag, den er als Finanzvorstand bei der Telekom verdient hätte. Ihn habe die Aufgabe gereizt, betonte der Manager. “Es ist eine wirklich große Herausforderung gewesen zu versuchen, ein Unternehmen zu retten, dass in solchen Schwierigkeiten steckt. Da bereue ich überhaupt nichts. Der Versuch war es wert - auch im Interesse der Mitarbeiter.“

Bild: Eick will bis zu 5 Millionen Euro spenden

Nach einem Bericht der “BILD“-Zeitung (Mittwochsausgabe) will Eick bis zu einem Drittel seiner Abfindung an die Beschäftigten des Konzerns weiterreichen. “Ich will das Geld für Mitarbeiter des Arcandor-Konzerns spenden, um soziale Härten wegen der Insolvenz abzufedern. Denkbar ist, dass unter anderem behinderte Menschen sowie andere sozial bedürftige Mitarbeiter unterstützt werden“, zitierte ihn das Blatt. Details müssten aber noch geklärt werden.

Nach der Eröffnung des formellen Insolvenzverfahrens dürften schon bald die ersten harten Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Insgesamt droht nach früheren Angaben rund 3.700 Mitarbeitern der Arcandor-Versandhandelstochter Primondo der Verlust des Arbeitsplatzes. Die defizitären 109 Quelle Technik Center sollen schon bald geschlossen und die Quelle-Shops von 1.450 auf rund 1.000 reduziert werden. Außerdem stehen noch 19 der 126 Karstadt-Waren- und Sporthäuser zur Disposition. Pro Filiale sind durchschnittlich zwischen 120 bis 250 Mitarbeiter beschäftigt.

AP

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