+
Die Gefahr neuer Flugbegleiter-Streiks bei der Lufthansa ist endgültig abgewendet. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv

Langfristiger Tariffrieden

Lufthansa-Flugbegleiter nehmen Schlichtungsergebnis an

Frankfurt/Main - Erleichterung bei der Lufthansa: Die Flugbegleiter akzeptieren die mühsam erreichten Ergebnisse der Platzeck-Schlichtung. Streikgefahr droht damit nur noch von den Piloten.

Die Gefahr neuer Flugbegleiter-Streiks bei der Lufthansa ist endgültig abgewendet. Bei der abgelaufenen Urabstimmung stimmten 87,36 Prozent für die Annahme des Schlichtungsergebnisses, das unter Leitung von Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck erreicht worden war.

Das teilte die Gewerkschaft Ufo mit. Nunmehr könnten die erzielten Kompromisse in umfangreichen Redaktionsverhandlungen in konkrete Tarifverträge umgesetzt werden.

Einzelne der 29 angestrebten Tarifverträge sollen bis ins Jahr 2023 gelten. Sie regeln die Arbeitsbedingungen, Ruhestandszahlungen und Verdienstmöglichkeiten von rund 19 000 Flugbegleitern der Kernmarke Lufthansa. Enthalten sind Einkommenssteigerungen um gut fünf Prozent zwischen Januar 2016 und Juni 2019, eine Beschäftigungsgarantie bis 2021 und ein neues System der Alters- und Übergangsversorgung.

"Dass die längste und schwierigste Auseinandersetzung zwischen Ufo und Lufthansa nun mit einem solch überragenden Ergebnis angenommen worden ist, zeigt, dass es sich gelohnt hat, so lange zu kämpfen", betonte Ufo-Verhandlungsführer Nicoley Baublies. Nun müssten noch bis Ende September die Tarifvereinbarungen für die deutschen Gesellschaften der Billigtochter Eurowings unterschriftsreif gemacht werden. Auch dies sei Teil der Schlichtungsverhandlungen gewesen.

Das Unternehmen begrüßte die Zustimmung der Ufo-Mitglieder. Es sei ein langfristiger Tariffrieden geschlossen worden. Die verschiedenen Veränderungen in der Alters- und Übergangsversorgung und der Vergütungsstruktur bedeuteten für die Lufthansa Group jährliche Einsparungen im mittleren zweistelligen Millionen Euro Bereich, teilte das Unternehmen in Frankfurt mit. Die neuen Vereinbarungen sollen die Pensionsverbindlichkeiten der Lufthansa Group zusätzlich um einen oberen dreistelligen Millionenbetrag entlasten.

Ufo hatte im vergangenen November 2015 den härtesten Streik in der Geschichte der Lufthansa organisiert, bei dem rund 4700 Flüge ausgefallen waren. Noch offen ist der Tarifkonflikt der Lufthansa mit den Piloten, die bereits 13-mal gestreikt haben. Hier sind die Gespräche derzeit unterbrochen und es gibt nach Auskunft beider Seiten derzeit keine neuen Termine.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bausparkasse BHW mit leichtem Wachstum im Spargeschäft
Hameln/Bonn (dpa) - Die Bausparkasse BHW hat ihr Sparer-Neugeschäft nach einem Einbruch wieder stabilisiert. 2017 sei es nach vorläufigen Zahlen um etwa ein Prozent auf …
Bausparkasse BHW mit leichtem Wachstum im Spargeschäft
Umwelthilfe verklagt Städte: VW-Schummel-Diesel stilllegen
Die Deutsche Umwelthilfe hält es für einen Skandal, dass VW-Diesel mit Schummel-Software noch immer durch Städte mit hoher Luftverschmutzung fahren dürfen. Vor Gericht …
Umwelthilfe verklagt Städte: VW-Schummel-Diesel stilllegen
Milde Witterung senkt Energiebedarf der Haushalte
Heidelberg/München (dpa) - Die Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2017 auch aufgrund des milden Wetters rund fünf Prozent weniger Energie für ihre Wohnungsheizung …
Milde Witterung senkt Energiebedarf der Haushalte
Weltwirtschaftsforum will Motor für Krisenlösungen sein
Nordkorea, Horn von Afrika, Syrien - das sind nur einige globale Herausforderungen. Zu lösen sind diese Probleme nur gemeinsam, ist das Weltwirtschaftsforum überzeugt. …
Weltwirtschaftsforum will Motor für Krisenlösungen sein

Kommentare