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Fleisch, Bier, Kaffee: Welche Produkte durch den Ukraine-Krieg jetzt teurer werden

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Von: Lisa Mayerhofer

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Der Einkauf im Supermarkt: Die Lebensmittelpreise sind 2022 durch die Inflation noch einmal gestiegen.
Die Lebensmittelpreise sind 2022 durch die Inflation noch einmal gestiegen. (Symbolbild) © Martin Wagner/imago

Die Lebensmittelpreise sind 2022 durch die Inflation noch einmal gestiegen. Nun droht durch den Ukraine-Krieg eine weitere Preisspirale in den Supermärkten.

Düsseldorf - Ob Nudeln, Kaffee, Bier oder Fleisch: Für die Preise bei Rewe, Aldi, Lidl, Edeka und Co.* scheint es im Moment nur noch eine Richtung zu geben - aufwärts. Und der Krieg in der Ukraine dürfte den Preisen in Supermärkten und Discountern nun noch einmal einen Schub geben.

Aldi, Lidl, Edeka und Rewe: Ukraine-Krieg treibt Energiepreise und Logistikkosten auch für Supermärkte und Discounter

„Der Anstieg der Energiepreise und der Logistikkosten durch den Ukraine-Krieg wird sich bei den Menschen im Alltag bemerkbar machen - bei jedem Einkauf im Supermarkt oder beim Discounter“, prognostizierte der Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH), Boris Hedde, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur auch im Hinblick auf die Preise bei Aldi, Lidl, Rewe oder Edeka. Denn die Preise würden nun noch stärker steigen, als sie es zuletzt ohnehin schon taten. „Das wird eine Herausforderung sein - gerade für sozial schwächere Familien.“

Mit dieser Einschätzung steht Hedde nicht allein. Auch der Handelsexperte Robert Kecskes vom Marktforschungsunternehmen GfK ist überzeugt: „Durch den Konflikt wird der Druck, die Preise zu erhöhen, noch weiter steigen. Die Teuerung wird mit Sicherheit erheblich sein.“ Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, warnte ebenfalls, der Krieg in der Ukraine und die daraufhin verhängten Sanktionen „könnten preistreibend wirken“.

Dabei waren die Preise im deutschen Lebensmittelhandel bereits vor dem Ukraine-Konflikt* durch steigende Rohstoffpreise und Energiekosten sowie coronabedingte Probleme in den Lieferketten in Bewegung geraten.

Bier, Kaffee & Co.: Preiserhöhungen schon im Februar bei Supermärkten und Discountern

Schon im Februar mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher nach Angaben des Statistischen Bundesamtes für Nahrungsmittel 5,3 Prozent mehr zahlen als zwölf Monate zuvor. Preiserhöhungen, wo hin man auch schaute: Tchibo machte Kaffee teurer. Große deutsche Brauereien kündigten reihenweise Preisaufschläge an, ebenso Hersteller von Toilettenpapier und Taschentüchern. Rindfleisch verteuerte sich enorm, ebenso Geflügel und Tomaten.

Rewe-Chef Lionel Souque klagte schon Ende vergangenen Jahres: „Es gab noch nie so viele Forderungen nach Preiserhöhungen von der Industrie wie in diesem Jahr.“ Und das war vor dem Ukraine-Krieg*. Inzwischen dürfte sich die Situation bei vielen Herstellern noch einmal spürbar verschärft haben, was sich eben auch auf die Preise bei Discountern wie Lidl und Aldi sowie Supermärkten wie Edeka oder Rewe bemerkbar machen könnte.

Steigende Strom- und Gaspreise: Auswirkungen auf Supermärkte und Discounter

Denn der durch den Krieg ausgelöste weltweite Anstieg der Energiepreise verteuert nicht nur das Heizen der eigenen vier Wände und das Autofahren. Auch die Herstellung vieler Produkte vom Brot bis zum Waschmittel, die in den Supermärkten und Discountern zuhauf über die Kasse gehen, wird kostspieliger. „Alle arbeiten mit Strom und Gas - auch Nestlé und Unilever“, betonte ein Branchenkenner.

Bei Fleisch etwa flössen die Energiekosten von der Herstellung des Saatguts für das Tierfutter über die gesamte Wertschöpfungskette bis zur Kühltruhe im Supermarkt in die Kosten ein. Und auch die Logistikkosten dürften nach der russischen Invasion noch einmal kräftig steigen, befürchtet die Branche. „Die Hersteller werden mit Sicherheit versuchen, diese Mehrkosten an den Handel und die Verbraucher weiterzugeben“, sagte Kecskes.

Supermärkte und Discounter: Die Preisentwicklungen bei Edeka, Rewe, Aldi und Lidl

Ganz einfach dürfte das für sie nicht werden. Denn die großen Handelsketten wie Edeka, Rewe, Aldi oder Lidl sind sich durchaus bewusst, dass der Preis beim Einkauf in den nächsten Monaten wieder ein deutlich größere Rolle spielen dürfte als in der Vergangenheit. Und die Supermärkte und Discounter wollen nicht durch allzu große Preiszugeständnisse an die Hersteller ihre eigene Wettbewerbsposition untergraben. Bereits in den vergangenen Monaten waren die Preisverhandlungen zwischen Händlern und Herstellern ungewöhnlich hart. Immer wieder kam es zu vorübergehenden Auslistungen und Lieferstopps.

Doch wird auch der Widerstand des Handels die Preisspirale nicht stoppen können. Branchenkenner gehen davon aus, dass die Belastungen aus dem Zusammenspiel von höheren Lebenshaltungskosten, drohenden Heizkostennachzahlungen und gestiegenen Spritpreisen* das Einkaufsverhalten der Bundesbürger in den nächsten Monaten deutlich verändern könnte.

Aldi, Edeka und Rewe: Russische Produkte fliegen aus Supermarkt-Regalen

Mehrere Supermärkte haben darüber hinaus Produkte aus den Bereichen Süßwaren, Feinkost und Alkohol aus Russland aus den Regalen* verbannt. Netto, Edeka, Rewe und Aldi wollen damit nicht nur ein Zeichen für den Frieden setzen - das Vorgehen hat auch einen praktischen Hintergrund:

Gerade kommen Waren, die in Russland produziert werden, nur schwer in Deutschland an. Und Bestellungen lassen sich für die Händler auch nicht mehr so leicht aufgeben, seitdem Russland und seine Banken aus dem internationalen Zahlungssystem Swift ausgeschlossen wurde.

Betroffen sind Produkte wie Kondensmilch unterschiedlicher Hersteller, Fertiggerichte von „Doschirak“ und „Rolton“, Saucen von „Maheev“ sowie verschiedene Wodka-Marken. (mit Material der dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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