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Ukraine-Krieg: Wird jetzt das Brot teurer? Innungsmeister spricht von „massivem Einschnitt“

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Von: Patricia Huber

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Verschiedene Semmeln in der Auslage einer Bäckerei.
In Folge des Ukraine-Krieges steigen auch die Getreidepreise. Geben die bayerischen Bäcker diese Erhöhung auch an ihre Kunden weiter? © Martin Wagner/Imago Images

Durch den Ukraine-Krieg steigen besonders die Energiepreise. Aber auch Weizen wird immer teurer. Das trifft besonders die Bäcker. Werden Brot und andere Backwaren jetzt teurer?

München - Der Ukraine-Krieg* hat weitreichende Folgen. Nicht nur, die Energiepreise steigen immens. Da die Ukraine aber auch als Kornkammer Europas gilt, wirkt sich der Krieg nun auch auf die Getreidepreise in der EU aus. Besonders Weizen wird dort angebaut - jetzt sieht sich das Land jedoch mit einem Krieg konfrontiert und die Lieferungen werden voraussichtlich einbrechen.

Ukraine-Krieg: Weizenversorgung in der EU nicht gefährdet

Laut Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist Russland für zehn Prozent und die Ukraine für weitere vier Prozent der globalen Weizenproduktion verantwortlich. Abnehmer sind jedoch primär die Länder in Nordafrika, die Türkei und Länder in Asien. Die EU und Deutschland haben demnach einen Selbstversorgungsgrad von 100 Prozent, die Versorgung in der EU sei somit nicht gefährdet.

Doch die Weizenpreise hatten auf dem globalen Markt zuletzt Rekordstände erreicht - und das spüren auch die deutschen Bäcker. Heinrich Traublinger, Meister des Landes-Innungsverbands für das bayerische Bäckerhandwerk, berichtet auch von einem „exorbitanten“ Preisanstieg beim Getreide. Erschwerend hinzu kommen die hohen Energiepreise*. „Beides zusammen ist ein massiver Einschnitt, was die Kalkulation sehr stark beeinflusst“, macht er deutlich. Ob dadurch auch die Verbraucherpreise steigen, „dafür ist jeder Kollege selbst verantwortlich“, sagt Traublinger.

Ukraine-Krieg: Auch regionale Bäcker betrifft die Preisexplosion

Selbst bei regionalen Bäckern, die beispielsweise nur Getreide aus Bayern verwenden, dürften die Preise steigen. Denn auch sie sind von den hohen Energiepreisen getroffen. Dazu zählen auch die immer höher werdenden Kosten für Benzin und Diesel. Der Landesinnungsmeister macht klar: „Man kann nicht alles nur am Weizenpreis festmachen.“ Auch die Rezepturen der einzelnen Produkte spielen eine Rolle. Nicht jede Weizensorte kostet gleich viel. Je höher der Anteil an den Premiumsorten ist, desto teurer wird das Produkt schließlich auch.

Der Verband empfiehlt den Bäckereien jedoch auf jeden Fall, sich mit der Preisentwicklung zu beschäftigen und „die notwendigen Schritte“ einzuleiten. Eine Preiserhöhung ist also wohl zu erwarten.

Aber bleibt diese Erhöhung dann auch dauerhaft? Das ist von mehreren Faktoren abhängig, erklärt Traublinger. „Hier bestimmt der Markt - Angebot und Nachfrage - den Preis. Man muss den Markt jetzt sehr gut im Auge haben. Sollten wir aber, unabhängig von der Ukraine, eine schlechte Ernte haben (z.B. wetterabhängig), sodass die Premiumsorten rar sind, dann kann sich das sehr wohl auf den Getreidepreis auswirken.“ Zudem sind wir noch nicht am Ende des Anstiegs angelangt. Allein in den letzten sechs Monaten hat sich der Getreidepreis verdoppelt*. Der Krieg in der Ukraine dürfte dies noch einmal deutlich verschärfen. (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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