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Metro folgt Aldi: Großmarktkette rationiert einzelne Lebensmittel - doch lässt wichtiges Detail offen

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Von: Michelle Brey

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Auch die Metro-Großmärkte reagieren in Folge des Ukraine-Kriegs.
Auch die Metro-Großmärkte reagieren in Folge des Ukraine-Kriegs. © Olaf Döring/imago

Die Folgen des Ukraine-Kriegs bekommen auch Verbraucher zu spüren. Neben hohen Spritpreisen wird besonders Speiseöl knapp. Nach Aldi rationiert auch der Großhändler Metro.

München - Die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine sind auch in Deutschland zu spüren. Während die Spritpreise in die Höhe schießen und die Politik über Maßnahmen wie einen Tankrabatt diskutiert, spürt auch die Lebensmittelbranche Auswirkungen. Besonders Speiseöl wird zur Mangelware. Aldi reagierte und rationierte das Lebensmittel. Nun ziehen auch die Metro-Großmärkte Konsequenzen in Folge der Eskalation des Ukraine-Konflikts*.

Ukraine-Krieg: „Hohe Nachfrage“ von Speiseölen - Rationierung einzelner Produkte

Die Großmarktkette Metro rationiert laut einem Bericht der Zeitschrift Spiegel einzelne Produkte. So habe das Unternehmen „vorübergehend eine maximale Abgabemenge auf einzelne Produkte festgelegt“. Auch bei Speiseölen verzeichne Metro „derzeit eine hohe Nachfrage“. In einzelnen Märkten könne es deshalb „kurzfristig und vereinzelt zu einer eingeschränkten Verfügbarkeit“ kommen. Um welche Produkte genau es sich handelte, ließ das Unternehmen zunächst offen.

Anders als Aldi*, Lidl*, Netto oder etwa Kaufland verkaufen Metro-Großmärkte nicht an private Verbraucher. Das Unternehmen richtet sich an Gewerbetreibende, wie beispielsweise Gastronomen oder die Hotellerie.

Hohe Nachfrage nach Speiseölen - Woran liegt es?

Hintergrund für die erhöhte Nachfrage nach Speiseölen wie Sonnenblumenöl ist der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Dem Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) zufolge deckt Deutschland 94 Prozent seines Bedarfs an Sonnenblumenöl aus Exporten. Die beiden wichtigsten Exporteure weltweit sind demnach Russland und die Ukraine. 2020 wurden global 13,6 Millionen Tonnen Sonnenblumenöl exportiert. Davon stammten 51 Prozent aus der Ukraine und weitere 27 Prozent aus Russland. Aus heimischer Produktion stammen nur sechs Prozent des Öls.

Mangelware: Deutsche sollen wegen Ukraine-Krieg Sonnenblumenöl nicht hamstern

Indes hat der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) hierzulande dazu aufgerufen, trotz Meldungen über Engpässe bei einzelnen Nahrungsmitteln wie Sonnenblumenöl und Mehl wegen des Ukraine-Krieges keine Hamsterkäufe zu tätigen. „Wie bereits zu Beginn der Corona-Krise“ - damals wurde Klopapier gehamstert - sollten sich die Kunden „untereinander solidarisch verhalten und Produkte nur in haushaltsüblichen Mengen einkaufen“. Das sagte Verbandssprecher Christian Böttcher den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Noch lägen dem Handelsverband keine Informationen über eine flächendeckende Unterversorgung mit Sonnenblumenöl im deutschen Einzelhandel vor, betonte Böttcher. Der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid) geht hingegen davon aus, dass Sonnenblumenöl hierzulande schon in einigen Wochen Mangelware werde.

„Die Vorräte reichen voraussichtlich nur noch wenige Wochen“, sagte der Ovid-Geschäftsführer Gerhard Brankatschk am Montag (14. März) der Deutschen Presse-Agentur. Nachschub aus der Ukraine gebe es derzeit nicht. Allerdings könnten Verbraucherinnen und Verbraucher problemlos auf andere Speiseöle wie Rapsöl umsteigen. Hier seien keine Engpässe zu erwarten. Ein weiteres Alltags-Lebensmittel wird hingegen plötzlich knapp und teuer. (mbr mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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