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Spritpreis-Explosion: Bald bis zu drei Euro pro Liter - fürchten Experten

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Von: Patricia Huber

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Ein Mann nimmt nach dem Tanken die Zapfpistole aus seinem Wagen.
Die Spritpreise steigen immer weiter und ein Ende ist derzeit noch nicht in Sicht. © Frank Augstein/dpa

Die Spritpreise erreichen immer wieder neue Rekordhöhen. Doch das Maximum ist laut Experten noch lange nicht erreicht. Der Ukraine-Krieg treibt die Kosten für Diesel und Benzin weiter nach oben.

München - Bei den aktuellen Spritpreisen, überlegt man sich wohl ganz genau, welche Strecke man nun mit dem Auto zurücklegt und welche doch lieber zu Fuß. Am Montag (8. März) kostete der Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt bei 2,008 Euro, wie der ADAC mitteilte. Beim Diesel ist der Anstieg noch extremer. Der aktuelle Dieselpreis stieg durchschnittlich auf 2,032 Euro, also insgesamt 27,6 Cent mehr als noch vor sechs Tagen.

Spritpreis steigen durch Ukraine-Krieg voraussichtlich weiter

Ein Ende der Preis-Rallye, die auch für viele Produkte wie Bier oder Kaffee im Supermarkt zutreffen könnte, ist laut Experten jedoch nicht in Sicht. Der Ukraine-Konflikt* und die zunehmende Unsicherheit durch Ukraine-Krieg wird voraussichtlich noch weiter für steigende Spritpreise an den Tankstellen sorgen. Besonders dann, wenn die EU einen Importstopp von russischem Öl beschließt. Darüber soll in den kommenden Tagen beraten werden.

Der Düsseldorfer Ökonom Prof. Justus Haucap rechnet damit, dass sich die Preis-Situation noch weiter verschärfen wird. „Wenn die Rohölpreise weiter hochgehen, kann der Spritpreis auch bei 2,50 Euro landen“, erklärt der Experte gegenüber Bild.

Spritpreis: Expertin spricht wegen Ukraine-Krieg im Extremfall von „bis zu drei Euro pro Liter“ für Diesel und Benzin

Gabriele Widmann, Rohstoffexpertin der Dekabank, spricht sogar von noch höheren Preisen. „Es kann im Extremfall sein, dass wir bis zu drei Euro pro Liter Sprit zahlen müssen“, erklärt sie im Interview mit RTL über eine mögliche Entwicklung des Spritpreises bei Diesel und Benzin. Weiter macht sie klar, dass Autofahrer sich an die derzeitige Situation gewöhnen sollten: „Wir werden dauerhaft höhere Energiepreise haben, weil die günstige Energie aus Russland jetzt Vergangenheit ist. Wir werden nicht mehr so eng mit Russland zusammenarbeiten – egal, wie sich der Konflikt auflöst.“

In einigen Ländern kann sich das Tanken aufgrund der Explosion des Spritpreises zwar lohnen, allerdings werden hierzulande die Rufe nach einem Eingreifen der Regierung immer lauter. Besonders die CDU forderte in den letzten Tagen immer wieder eine Senkung der Mehrwertsteuer, um Verbraucher zu entlasten. CDU-Sozialexperte Marc Biadacz schlug eine Senkung von 19 auf sieben Prozent vor. Gegenüber der Bild machte er deutlich: „Der Weg zur Arbeit darf für Millionen nicht zum Luxus werden!“

Doch Bundesfinanzminister Christian Lindner erteilte diesem Plan eine Absage. „Ich schließe für die weitere Entwicklung dieses Jahres nichts aus. Zum jetzigen Zeitpunkt steht aber keine neue Entscheidung an“, sagte der FDP-Politiker. (ph)

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